Sicherer Dampfen, Risiken und Gesundheit

Sicherer Dampfen Teil 2 – Liquids und Aromen

Christian Allgemein 2 Kommentare

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Welche Liquids kann man dampfen?

Meide illegale Quellen

Auf dem Schwarzmarkt gibt es Liquids, welche mit verschiedenen Drogen versetzt ist. Leider ist das wahrscheinlich die gefährlichste Art zu dampfen. In den USA sind letztes Jahr 60 Menschen, größtenteils Jugendliche, an den Folgen des Drogenmissbrauchs mit E-Zigaretten gestorben.

Denn Dealer verwenden verschiedene Substanzen um die Drogen zu strecken. So erhöhen sie ihre Marge. So strecken sie z.B. Cannabis-Öl mit Vitamin-E-Öl. Es hat eine ähnliche Farbe und Konsistenz und ist somit kaum von Cannabis-Öl zu unterscheiden. Beim Verbrennen ist das in diesem Fall nicht so schlimm, wie wenn man das Öl verdampft. Denn beim Verbrennen wird das Öl in Tausende andere Stoffe zersetzt. Die sind zwar auch sehr schädlich, aber eher langfristig.

Beim Verdampfen bleibt das Öl weiterhin ein Öl welches zu einer Lipidpneumonie führen kann. Dabei entstehen Entzündungen in der Lunge, welche so stark werden können, dass man an deren Folgen sterben kann.

Auch in Deutschland wurden schon viele Liquids auf dem Schwarzmarkt gefunden welche THC, Amphetamine und sogar K.O.-Tropfen enthielten.

FAZIT: Ein Schwarzmarkt-Dealer hat meist weder die Kompetenz noch die Möglichkeiten für die Sicherheit seiner Kundschaft zu sorgen. Daher raten wir ausdrücklich von der Verwendung von illegalen Liquids ab.

Benutze ausschließlich E-Zigaretten-Liquids

Immer wieder experimentieren Dampfer mit verschiedenen Flüssigkeiten. Das kann, je nach Stoff, jedoch gefährlich werden. Insbesondere Duft- und Aroma-Öle sollten auf keinen Fall in einer E-Zigarette gedampft werden. Sie können die Lunge schon nach kurzer Zeit nachhaltig schädigen!

CBD-Öle dürfen nicht gedampft werden

Da CBD sehr effizient über die Lunge aufgenommen werden kann, werden CBD-Liquids immer beliebter in Deutschland. Allerdings sollte man auf keinen Fall einfach irgendein CBD-Öl in seine E-Zigarette kippen, sondern ausschließlich auf CBD-Liquids zurückgreifen, welche ausdrücklich für den Konsum in E-Zigaretten geeignet sind.

Verwende keine Duftöle

Auch wenn es so schön duftet: Fülle auf gar keinen Fall irgendwelche Duftöle in Eure E-Zigarette! Denn das kann eine Lipidpneumonie auslösen, die im schlechtesten Fall sogar tödlich enden kann. Verwende ausschließlich Liquids die für E-Zigaretten hergestellt sind. Alles andere ist schlichtweg grob fahrlässig.

Nikotin vs. Nikotinsalz

Braucht man überhaupt Nikotin?

Die Zigarettenabhängigkeit besteht nicht nur aus der Nikotinsucht (sonst würden ja die Pflaster und Kaugummis funktionieren), sondern aus mehreren Komponenten, welche wir bereits ausführlich erläutert haben.

Für einige Menschen ist das nikotinfreie Dampfen durchaus eine gute Option. Besonders gut klappt der Umstieg ohne Nikotin bei Gelegenheitsrauchern und Rauchern von Ultralight-Zigaretten. Zum einen, weil sie sowieso nicht viel Nikotin konsumieren und zum anderen, weil sehr leichte Zigaretten nur einen sehr leichten Throat-Hit (Druckgefühl in Rachen und Lunge) verursachen. Für viele Menschen ist genau dieses Gefühl beim Inhalieren ein ganz wesentlicher Teil des Dampfens bzw. vorher des Rauchens.

Wem das Nikotin im Blut oder das Gefühl beim Inhalieren wichtig ist, der hat deutlich bessere Erfolgschancen mit nikotinhaltigen Liquids. Für diese Menschen stellt sich jetzt noch die Frage, welches Nikotin es sein soll. Schließlich gibt es mittlerweile, neben dem klassischen Nikotin, auch Liquids mit Nikotinsalz.

Wie schädlich ist Nikotin?

Da Nikotin suchterregend ist, wird es gerne als Synonym für Tabak benutzt, und die Folgen des Rauchens mit den Folgen des Nikotinkonsums gleichgesetzt. Wie schon die Grafik im ersten Teil unserer Sicherer Dampfen Reihe verdeutlicht, ist das aber blanker Unsinn. Die Grafik zeigt, dass rauchfreie nikotinhaltige Produkte, wie Schnupftabak oder Snus, nur einen Bruchteil der Gefahr von Zigaretten bergen. Denn Nikotin ist weder krebserregend, noch verursacht der Konsum die typischen Raucherkrankheiten wie COPD. Kurz gesagt, die Menschen rauchen wegen dem Nikotin, aber sterben am Teer. Denn dieser ist voll mit Giften wie Blausäure, Arsen, Aldehyden, Kohlenmonoxid und Hunderten anderen giftigen und/oder krebserregenden Stoffen.

Daher sieht man bei rauchlosen Nikotinprodukten (z.B. Snus, Schnupftabak oder Nikotinpflastern) auch keine vergleichbaren Krankheitsmuster wie bei Rauchern. Nicht einmal während der Schwangerschaft gibt es annähernd die Probleme, wie man sie bei Rauchern sieht. Zum Teil zeigten sich, z.B. beim in Skandinavien verbreiteten Snus (kleine Tabakbeutel, die unter die Oberlippe gesteckt werden), sogar leichte Vorteile bzgl. Nervenerkrankungen wie Parkinson, MS und Alzheimer. Die Snus-Nutzer erkrankten seltener und der Krankheitsverlauf war im Durchschnitt milder als in der restlichen Bevölkerung. Für Raucher gilt dieser Vorteil allerdings nicht. Denn die vielen Schadstoffe im Rauch, machen die Wirkung des Nikotins mehr als zunichte, sodass Raucher auch bei diesen Krankheiten ein höheres Risiko haben als Nichtraucher.

Nikotin ist, wie z.B. Koffein, ein Alkaloid. Beide Stoffe wirken in geringer Konzentration beruhigend und in höherer Konzentration anregend. In sehr hoher Konzentration wirken sie aber auch toxisch, haben dann Nebenwirkungen wie Herzrasen, und können letztlich auch tödlich sein. Allerdings braucht man schon eine große Menge an Nikotin, weshalb fast alle Selbstmordversuche mit Nikotin scheiterten.

Wer sich mehr mit den Wirkungsweisen und Risiken von Nikotin befassen möchte, dem empfehlen wir das folgende Video. Denn als Toxikologe kann Prof. Dr. Bernd Mayer das Thema besser und umfassender beleuchten, als wir das können.

Was sind die Unterschiede zwischen Nikotin und Nikotinsalz?

Nikotinsalze werden durch Zugabe von Säuren hergestellt
Durch den Zusatz von Säuren wird der pH-Wert der Nikotinlösung reduziert. Hierfür kann man verschiedene Säuren als Salzbildner nutzen. In E-Liquids gefunden wurden u.a. Milchsäure, Benzoesäure, Lävulinsäure, Salicylsäure, Apfelsäure und Weinsäure (Quelle). In Deutschland scheint Benzoesäure am verbreitetsten zu sein.
Schwächerer Throat-Hit bei Nikotinsalz

Nikotinsalz-Liquids fühlen sich beim Inhalieren deutlich leichter an. D.h. um ein ähnliches Druckgefühl im Rachen zu erzeugen, braucht man vom Nikotinsalz mehr als von der klassischen Variante.

Fans von Nikotinsalz finden gerade das besonders gut. Denn sie können höhere Nikotin-Konzentrationen dampfen ohne, dass es zu kratzig wird. Ein Nikotinsalz-Liquid mit einer Nikotin-Konzentration von 20mg/ml fühlt sich in etwa so an, wie ein klassisches Liquid mit 6mg/ml Nikotin.

Für die meisten, ist aber nicht die Nikotinmenge im Blut entscheidend, sondern das Gefühl beim Inhalieren. Und dieses Gefühl lässt sich mit klassischen Liquids schneller, bzw. mit einer geringeren Nikotinmenge erreichen, als mit Nikotinsalzen.

Anflutgeschwindigkeit von Nikotin vs. Nikotinsalz

Oft wird mit einer schnelleren Anflutung von Nikotinsalz im Vergleich zum klassischen Nikotin geworben.

Es gibt dazu konträre Meinungen, aber die Theorie legt Nahe, dass Nikotinsalze eher langsamer aufgenommen werden. Einer Studie zufolge ist die Anflutungsgeschwindigkeit bei Nikotinsalzen schneller. Laut einer anderen Studie ist sie niedriger. 

Was man sicherlich sagen kann ist, dass, wie oben bereits erläutert, das Nikotinsalz höhere Nikotinkonzentrationen ohne Hustenreiz ermöglicht. Natürlich würde sich diese höhere Nikotinmenge auch im Blut bemerkbar machen. So würde ein 20mg-Nikotinsalz-Liquid wohl zu einem schnelleren Anstieg der Nikotin-Konzentration im Blut führen, als ein klassisches Liquid mit 6mg.

Warum scheint klassisches Nikotin sicherer als Nikotinsalz?

Man konsumiert tendenziell weniger Nikotin
Wie bereits erläutert erreicht man den, für die meisten Dampfer, erwünschten Throat-Hit bei der klassischen Nikotinvariante mit weniger Nikotin. Somit wird man von klassischen Nikotin-Liquids tendenziell weniger konsumieren, als mit Nikotinsalz-Liquids, welche sich schwächer anfühlen.
Keine zusätzlichen, potentiell schädlichen, Stoffe

Nicht alle verwendeten Säuren sind unbedenklich. Besonders die weit verbreitete Benzoesäure könnte problematisch sein. Denn bei Erhitzung von Benzoesäure auf über 150° C (Verdampfungstemperatur von E-Liquid: ~240 °C) entstehen verschiedene potentiell schädliche Verbindungen wie z.B. Benzol (Quelle). Es sind zwar sehr geringe Mengen, die beim Dampfen entstehen könnten, aber es scheint natürlich dennoch vernünftig diese zu meiden.

Nikotinsalz ist generell umstritten und wird kritischer gesehen als Nikotin in der klassischen Form. So heißt es in einer Studie z.B.: “E-Liquids auf Nikotinsalzbasis verursachen Zytotoxizität und erhöhen das zytoplasmatische Ca2+, was darauf hindeutet, dass sie biologische Wirkungen ausüben können, die über das hinausgehen, was mit Nikotin allein zu erwarten wäre.”

Glycerin vs. Propylenglykol

Auf diese Frage gibt es leider noch keine klare Antwort. Denn einen direkten wissenschaftlichen Vergleich von Propylenglykol (auch 1,2-Propandiol) und Glycerin (auch Glycerol oder Glyzerin) gibt es leider noch nicht. Dementsprechend wäre es auch nicht seriös hier eine klare Empfehlung für oder gegen einen der beiden Stoffe auszusprechen. Dennoch möchten wir hier zumindest die Gemeinsamkeiten und Unterschiede auflisten, damit ihr Euch ein besseres Bild machen könnt.

Gemeinsamkeiten

Selbst nach jahrzehntelanger Verwendung sind für beide Stoffe bis heute keine gravierenden Gesundheitsgefahren bekannt geworden.  

Weder Glycerin noch Propylenglykol wirken in normaler Dosierung toxisch oder krebserregend. Schließlich hatte der Vater des Erfinders der E-Zigarette Krebs. Daher hat er Stoffe ausgesucht, welche möglichst ungefährlich, und auch bei Inhalation, schon einigermaßen gut erforscht sind.

Beide Stoffe werden seit langer Zeit in Lebensmitteln, Kosmetika, Tabakerzeugnissen und als Hilfsstoffe in Medikamenten (seit Neuestem auch in Nikotinspray) eingesetzt.

Da PG und VG schon seit jeher für Disco-, Theater- und Bühnennebel eingesetzt werden, gibt es auch schon seit langer Zeit Studien zur inhalativen Aufnahme beider Stoffen (hier z.B. eine aus 1947 in der Affen und Ratten für bis zu 18 Monate bedampft wurden).

In seltenen Fällen konnten bei industriellem (nicht pharmazeutischen) Propylenglykol aus Nebelmaschinen, Atemwegsreizungen bei Menschen festgestellt werden. Das wird vor allem auf die hygroskopische Wirkung des Dampfes zurückgeführt. D.h. der Dampf bindet Feuchtigkeit und kann so zu einem trockenen Hals führen. Das berichten auch einige Dampfer in den ersten Tagen nach dem Umstieg, weshalb es gerade anfangs ratsam ist ausreichend zu trinken.

Propylenglykol hat eine leichte antimikrobielle Wirksamkeit und wurde daher auch schon im Krankenhaus getestet, um die Keimlast in der Luft zu minimieren (Quelle: https://www.jpeds.com/article/S0022-3476(42)80046-3/abstract).

Hinweis: Allerdings gibt es Menschen mit einer Propylenglykol-Unverträglichkeit. Wenn Du bemerkst, dass Du auf PG-lastige Liquids schlechter reagierst (z.B. Ausschlag, Kurzatmigkeit o.ä.), dann macht es natürlich Sinn auf ein PG-freies Liquid zu wechseln.

Unterschiede

Viskosität

Nicht jeder Verdampfer kommt mit hochviskosen Liquids (VG-Anteil >70%) zurecht. Auch hier kann es schneller zu einem Abriss des Liquidnachflusses und somit zum schleichenden Kokeln kommen.

Siedepunkt - Glycerin wird heißer

Zudem steigt die Verdampfungstemperatur, da der Siedepunkt von Glycerin (290°C) deutlich über dem von Propylenglykol (188°C) liegt. Und je höher die Temperatur, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass beim Verdampfen Aldehyde und andere Schadstoffe entstehen.

Tipp: Mische destilliertes Wasser mit dazu oder verwende traditionale Base (beihaltet 5-10% Wasser). Denn durch die Zugabe von destilliertem Wasser sinkt die Verdampfungstemperatur. Gleichzeitig wird das Gemisch dünnflüssiger und fließt somit besser nach. In dem folgenden Diagramm kannst Du sehen, wie der Siedepunkt sinkt, je mehr Wasser dazu gemischt wird. Der Siedepunkt von Glycerin sinkt z.B. schon bei Zugabe von 5% Wasser von 290° auf ~230° C.

Temperatur-Diagramm zum Siedepunkt von Mischungen aus Glycerin, Propylenglykol und Wasser

Propylenglykol braucht weniger Aroma

Ein weiteres Argument für weniger Glycerin liegt darin, dass es sich weniger gut als Geschmacksträger eignet. Das heißt, dass man viel mehr Aroma benötigt, um auf die gleiche Geschmacksintensität zu kommen, als bei einer PG-lastigen Base.

Mag man allerdings lieber süße Liquids, könnte VG im Vorteil sein. Denn Glycerin ist ein Zuckeralkohol mit einem leicht süßlichen Eigengeschmack. Somit benötigt man weniger Süßungsmittel als bei PG.

Glycerin setzt die Coils zu

Glycerin selbst verdampft zwar zu 100% und es bleiben dementsprechend keine Rückstände des Glycerins am Coil. Aber durch die erhöhte Verdampfungstemperatur kommt es schneller zu einer Karamelisierung anderer Liquidbestandteile, welche den Coil so schneller zusetzen, als bei einer PG-lastigen Base. Außerdem benötigt man für die gleiche Geschmacksintensität mehr vom Aroma, welches sich dann am Coil ablagern kann.

Mehr Unverträglichkeiten gegenüber Propylenglykol

Bislang sind bei der Verwendung von Glycerin in Lebensmitteln keinerlei allergische Reaktionen bekannt geworden. Allerdings gibt es Menschen mit einer Propylenglykol-Unverträglichkeit und/oder Allergie.

Wenn Du bemerkst, dass Du auf PG-lastige Liquids schlecht reagierst (z.B. Ausschlag, Kurzatmigkeit o.ä.), dann macht es natürlich Sinn auf eine PG-freie Base zu wechseln. Diese besteht dann aus einer Mischung aus Glycerin und mehrfach destilliertem Wasser. Mehr Infos zu Unverträglichkeiten und Allergien gegenüber PG findest Du hier.

Beste Basen für sicheres Dampfen

Zusatzstoffe in Liquids und Aromen

Sucralose

Wir haben zum Thema Sucralose sehr umfassend recherchiert und unser Wissen, sowie Expertenmeinungen, in einem ausführlichen Blogbeitrag veröffentlicht. Wer es also genau wissen will, kann diesem Link folgen:

Sucralose - Fakten und Einschätzungen

An dieser Stelle nur so viel: Niemand kann zum heutigen Zeitpunkt mit Sicherheit sagen, ob Sucralose-haltige Liquids eine echte Gefahr darstellen und falls ja, wie groß diese Gefahr sein mag. Zur besseren Einschätzung hier aber eine kurze Zusammenfassung der für uns relevanten Fakten:

  • Alle bisherigen Studien bestätigen, dass toxische und krebserregende Substanzen (wenn auch in relativ geringen Konzentrationen) entstehen, sobald man Sucralose auf über 120° erhitzt.
  • Alle Experten, die sich öffentlich zu dem Thema äußerten, raten ausdrücklich davon ab Sucralose in E-Liquids zu verwenden.
  • Einige Liquid- und Aromenhersteller verzichten schon lange, trotz der hohen Nachfrage, darauf Sucralose in ihren Produkten zu verwenden.
  • Die beiden großen deutschen E-Zigaretten Verbände BfTG und VDEH haben beide Analysen durchführen lassen, um festzustellen, wie hoch die Schadstoffkonzentration im Dampf Sucralose-haltiger Liquids ist. Die Ergebnisse haben sie jedoch nie veröffentlicht.
  • Die Einzigen, die überzeugt sind, dass Sucralose-haltige Liquids keinerlei Gefahr bergen sind einige Liquidhersteller und ein bekannter YouTuber (VSI).

Farbstoffe

Wir haben ab und zu Kunden, die explizit nach einem roten, pinken oder blauen Liquid fragen, weil sie finden, dass es besser zu ihrer Kombi passt oder einfach cooler aussieht. Nach dem Motto: "Das Auge dampft mit." Farbstoffe sind in Liquids und Aromen auch nicht verboten. Laut TPD2 Richtlinie dürfen lediglich keine Stoffe verwendet werden, die "emmissionsfärbend" sind, also den Dampf färben.

Wissenschaftler sehen den Einsatz von Farbstoffen jedoch insgesamt kritisch. So heißt es z.B. in einer Veröffentlichung der Portland State University:

“Dem Vorteil dieser Liquid-Verschönerung steht das unbekannte Gesundheitsrisiko gegenüber, welche von der Inhalation der Farbstoffe und deren Abbauprodukte ausgeht. [...] Weitere spezifische potenzielle Bedenken sind die relativ geringe Flüchtigkeit und die relativ hohen Molekulargewichte dieser Farbstoffe, die zu einem unerwünschten Abbau sowie zu unbekannten Ablagerungsmustern in der Lunge führen können.”

Wir finden: Farbstoffe sind ein unnötiges Risiko. Darum sollten Liquidhersteller auf deren Einsatz verzichten. Wir sind nicht für ein grundlegendes Verbot, sondern grundsätzlich eher für Aufklärung und freie Entscheidung, aber wir haben aus den vorgenannten Gründen darauf verzichtet Liquids mit Farbstoffen, auch wenn manche davon sehr beliebt sind, in unserem Webshop zu führen.

Aromen

Dampfen ohne Aroma

Dampfen ohne Aroma ist wahrscheinlich die zweitsicherste Art zu dampfen. Denn die beiden Stoffe VG und PG sind schon seit langer zeit relativ gut erforscht. Die Ungewissheit, ob von irgendeinem Aroma oder einem anderen Zusatzstoff wie Sucralose irgendeine Gefahr ausgeht, fällt somit weg.

Wir finden, dass sich das aromalose Dampfen vor allem für Menschen eignet, für die das Dampfen gar kein Genuss, sondern reine Nikotinaufnahme sein soll. Oder für Raucher, die keinen Zigarettengeschmack, aber den Rauch-Habitus und das Druckgefühl in der Lunge haben möchten. 

Und es ist sehr gut für Menschen geeignet, die nicht nur einen Rauchstopp, sondern auch einen letztendlichen Dampfstopp anstreben. Denn wenn der Genussfaktor minimiert ist, fällt der komplette Ausstieg leichter. Insofern ist das auch eine gute Strategie, für alle die auch das Dampfen drangeben wollen. Darum bieten wir auch Fertigliquids ohne jegliche Zusätze und Aromen an.

Für alle, die auf das Geschmackserlebnis nicht verzichten möchten, haben wir hier ein paar Empfehlungen, um Risiken zu minimieren:

Risiken bei Triacetin

Ebenso wie VG und PG wird Triacetin (Glycerintriacetat) von der FDA als "GRAS" (generally recognized as safe), also als allgemein sicher, eingestuft. Viele Dampfer halten den Stoff deshalb für ebenso sicher (Beispiel Vanderzarth).

Allerdings gibt es Einschränkungen und auch wissenschaftliche Erkenntnisse, die nahelegen, dass es besser wäre den Stoff grundsätzlich zu meiden. Zunächst zu der Einschränkung:

Verwende keine Triacetin-haltigen Liquids in Makrolon-Tanks

Oft werden Clearomizer, anstelle von Borosilikatglas, mit einem Plexiglas Polycarbonat ausgestattet. Dieses Polycarbonat kann von Triacetin angegriffen werden und schädliche Stoffe aus dem Tank herauslösen. Insbesondere BPA (Bisphenol A) ist in der REACH Verordnung als "als besonders besorgniserregende Substanz" eingestuft worden. Es gilt als hormonverändernd, nervenschädigend und krebserregend.

Triacetin-haltige Liquids enthalten mehr Schadstoffe

Wir haben aber noch eine interessante Studie gefunden, in der man den Dampf von Triacetin-haltigen Liquids auf verschiedene Schadstoffe untersucht hat. Im Wesentlichen verursacht Triacetin nach dieser Studie eine Ester-Hydrolyse - also eine Verseifung - durch welche bei höheren Temperaturen Essigsäure entsteht. Diese wirke in Kombination mit PG und VG als Katalysator bei der Entstehung weiterer Schadstoffe wie Acetaldehyd, Acrolein und Formaldehyd.
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In der Studie entstanden bei Triacetin-haltigen Liquids bis zu 185% mehr Schadstoffe, als bei Liquids ohne Triacetin.

Um aber auch hier einen Vergleich zum Schadstoffaustoß einer Tabakzigarette zu ziehen, haben wir die Werte mit den Schadtsoffmessungen aus einer weiteren Studie kombiniert:

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Natürlich extrahierte Tabakliquids

Natürlich extrahierte Tabakliquids erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bei der Herstellung werden Tabakblätter getrocknet und dann deren Aromen extrahiert. Das Extrakt wird dann mikrogefiltert, um Verunreinigungen zu entfernen. Trotzdem ist es aber nicht möglich die Aromen vollständig zu isolieren.

Darum wurde eine Studie mit NET-Liquids durchgeführt, welche die Schadstoffbelastung von klassischen Liquids mit denen von NET Liquids verglich. Das Ergebnis: In NET Liquids lassen sich immer noch Nitrosamine und Nitrate finden. Die Werte sind im Vergleich zu klassischen E-Liquids in etwa verdopplet. In einem Gramm Tabak liegt der Nitrosamingehalt jedoch 218x so hoch. Bei dem vergleichsweise minimalen Unterschied von ~8 ng/ml, zwischen klassischen und natürlich extrahierten Liquids, kann man also darüber streiten, ob das ein relevanter Unterschied ist.

Nitrosamine in natürlich extrahierten Tabakliquids vs. klassische Liquids

Diacetyl und andere Diketone

Diketone sind in Deutschland mittlerweile verboten, werden aber derzeit noch in sehr vielen ausländischen Aromen, Longfills und Shake and Vape Produkten verwendet.

Das bekannteste Diketon ist Diacetyl, welches in Popcorn-Fabriken in hoher Konzentration in der Raumluft gefunden wurde. Einige Mitarbeiter, welche den Aromen täglich ausgesetzt waren sind an einer Lungenerkrankung (Bronchiolitis Obliterans) gestorben.

Dampfer bezweifeln die Schädlichkeit des Diacetyls häufig und verweisen darauf, dass in Tabakzigaretten ebenfalls Diacetyl enthalten ist und trotzdem vorwiegend Nichtraucher an Bronchiolitis Obliterans erkranken. Das kann aber relativ einfach erklärt werden. Denn durch das Rauchen wandeln sich, laut Prof. Stöver, die Lungenepithel in sogenannte Plattenepithel. Diese scheinen widerstandsfähiger gegenüber der Krankheit.

Allerdings ist das eine reversible Zellwandlung. D.h. wenn jemand aufhört zu rauchen, wandeln sich die Zellen wieder in die ursprüngliche Form. Ein Dampfer ist also dann entsprechend gefährdeter. Darum würden wir niemandem empfehlen diketonhaltige Liquids zu dampfen. Das Risiko erscheint einfach zu hoch.

Mit Diketonen werden vor allem cremige, sahnige und karamellige Liquids produziert. Wenn ihr Euch unsicher seid, fragt vom Hersteller das Sicherheitsdatenblatt an und schaut ob dort Diketone aufgeführt sind. Hier die Liste der umstrittenen Diketone:

  • Diacetyl (2,3-Butandion) (CAS-Nr. 431-03-8)
  • 2,3-Pentandion (CAS-Nr. 600-14-6)
  • 2,3-Hexandion (CAS-Nr. 3848-24-6)
  • 2,3-Heptandion (CAS-Nr. 96-04-8)

Diacetyl in "Diacetyl-freien" Liquids

Laut dieser Studie kann in Acetoin-haltigen Liquids Diacetyl entstehen, obwohl es gar nicht zu den Inhaltsstoffen eines Liquids zählt. Denn Acetoin ist eine Vorstufe von Diacetyl und sorgt als Aroma ebenfalls für einen cremigen Geschmack. Interessanterweise hat hier scheinbar auch das VG-PG-Wasser-Verhältnis einen Einfluss darauf wie schnell sich Diacetyl bildet. Dabei hatte eine PG-Wasser-Mischung kaum zu Diacetylbildung geführt (nach 21 Tagen noch unter der Quantifizierbarkeitsgrenze), während in der traditionalen Base am meisten Diacetyl entstand.

Diketone sind ein gutes Beispiel, das vielen Herstellern die Gesundheit der Kunden einfach egal ist. Und das ist eigentlich das Hauptproblem. Es gibt Hersteller die produzieren ohne Einschränkung das was sich gut verkaufen lässt.

Als vor Diacetyl gewarnt wurde, haben viele einfach umgeschwenkt auf Pentandion. Obwohl es, aufgrund seiner ähnlichen Struktur und Eigenschaften, wahrscheinlich eine vergleichbare Gefahr für die Konsumenten darstellt wie Diacetyl. Und dennoch wurde dann sogar mit “Diacetylfrei”  geworben.

Darum ist für uns entscheidend, wie transparent und glaubwürdig ein Hersteller auftritt. Stehen Überzeugungstäter hinter der Marke, oder opportunistische Gesschäftsleute die ausschließlich auf die Kohle aus sind?

Wahl des Herstellers

Seriosität der Hersteller - Achte auf Transparenz

Liquidhersteller haben einen Interessenkonflikt. Denn auf der einen Seite wollen sie natürlich sichere Produkte anbieten, auf der anderen Seite aber auch Geld verdienen. Manche Unternehmen fokussieren sich leider nur auf Letzteres.

Und so gibt es viele Liquids und Aromen, auch von vielen deutschen Herstellern, welche mit Inhaltsstoffen versehen sind, die gesundheitlich bedenklich sind. Ein Beispiel sind Diketone, welche im Verdacht stehen eine tödliche Lungenkrankheit zu verursachen (mehr dazu weiter unten). Mit diesen Aromen kann man sahnige, cremige, buttrige und karamelige Geschmäcker herstellen, welche sehr gut schmecken und sich dementsprechend gut verkaufen lassen. Die Hersteller und Händler erfreuen sich starker Umsätze und die Kosten für dieses fahrlässige Verhalten zahlen am Ende nur die Kunden mit ihrer Gesundheit. Mittlerweile ist der Einsatz dieser Aromengruppe für Liquids in Deutschland verboten.

"Made in Germany" heißt nicht automatisch "sicher"

Das Label “Made in Germany” hat leider keine allzu große Aussagekraft mehr. Denn die Hersteller dürfen dieses Label auch aufbringen, wenn sie eigentlich nur das Etikett in Deutschland aufgeklebt haben und der Rest in Billiglohnländern produziert wurde. Dieser letzte Fertigungsschritt rechtfertigt - zumindest vor dem Gesetz - das Werben mit der heimischen Produktion. 

Generell gibt es auch im Ausland hervorragende Liquidhersteller und andersherum gibt es auch in Deutschland Hersteller, die es mit der Produktsicherheit nicht allzu genau nehmen. Leider mussten wir schon einige davon kennenlernen.

Wie finde ich einen seriösen Liquid-Hersteller?

Für uns ist das wichtigste Kriterium bei der Liquidwahl nicht der Geschmack, das Design oder der Social Media Hype. Sondern das Wichtigste ist die Philosophie und Unternehmenstransparenz des Herstellers.

Denn es gibt sie wirklich. Die Überzeugungstäter in der Branche. Menschen für die die Sicherheit ihrer Kunden an erster Stelle steht. 

Man erkennt sie daran, dass sie Fragen nach der Herstellung nicht ausweichen, sondern stolz darauf sind und gerne zeigen wie sie arbeiten.

Um die Wahrscheinlichkeit auf beste Qualität zu erhöhen, könnt ihr folgendes prüfen:

  1. Hat der Hersteller eine eigene Website auf der er Bilder der Produktion zeigt?
  2. Gibt der Hersteller an auf umstrittene Aromen und Zusatzstoffe zu verzichten?
  3. Verrät der Hersteller, wo die gesamte Produktion und die Lieferanten der Rohstoffe herkommen?

Tipp: Wenn du dir unsicher bist, schreibe den Hersteller einfach an und stelle ihm eine Frage zur Herkunft oder Qualität, welche auf seiner Website nicht beantwortet wird. Meistens bekommt man anhand der Antwort schon ein ganz gutes Gefühl wie der Hersteller tickt.

Die transparentesten und besten Liquid- und Aromen-Hersteller

Hier eine Liste von Herstellern, welche gerne zeigen wie sie arbeiten, wo sie ihre Inhaltsstoffe beziehen, welche Reinheitsgrade diese aufweisen und auf welche Stoffe sie verzichten:

Black Note

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Black Note ist ein italienischer Hersteller von natürlich extrahierte Tabakliquids und Aromen. Das Besondere, dieses Familienunternehmens in der sechsten Generation, ist ihre Leidenschaft für echten Tabakgeschmack.

Black Note hat einen Prozess entwickelt, der es den Menschen ermöglicht, die facettenreichen Aromen von echten Tabakblättern rauchfrei zu genießen. Denn für echte Tabakliebhaber funktioniert der Umstieg zur E-Zigarette nur über authentischen Geschmack.

Ich durfte mich bereits persönlich vor Ort (ein paar Kilometer nördlich von Rom) davon überzeugen, dass sie wirklich viel Wert auf jeden einzelnen Produktionsschritt legen: die richtige Auswahl geeigneter Tabaksorten, den sorgfältigen Anbau, Reifung und Mischung harmonierender Sorten, sowie ihr patentiertes und besonders schonendes Kaltextraktionsverfahren.

Mehr Infos zum Unternehmen und den Produkten findest du hier.

High Class LIquid

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High Class Liquid ist ein kleiner deutscher Liquid- und Aromenhersteller aus Unna. Obwohl wir 2016 mit LIBACCO erst richtig starteten, nahm man mich und meine nervigen Fragen zu der Herstellung sofort ernst.

Im Gegensatz zu den meisten Herstellern, bei denen wir anfragten, hatte ich sogar das Gefühl der Geschäftsführer freute sich über jede weitere meiner Fragen und erzählte gerne davon was sie tun. Nach einem fast zweistündigen Telefonat lud mich der Geschäftsführer Daniel Koch sogar ein und ich durfte mir die Produktion und das Labor vor Ort anschauen.

High Class Liquid verzichtete übrigens schon damals auf den Einsatz von Diketonen, obwohl sie noch lange erlaubt waren und der Markt danach verlangte. Das an dieser Stelle nur mal als kleinen Eindruck der Mentalität des Unternehmens.

Alle harten Fakten wie Reinheitsgrade, Herkunft der Inhaltsstoffe, etc findet ihr hier.

Flavour Art

Flavour Art ist einer der größten Aromenhersteller weltweit und tritt sehr professionell, aber vor allem auch verantwortungsbewusst auf. Im Gegensatz zu den meisten anderen Aromen- und Liquid-Marken auf dem deutschen Markt, ist Flavour Art nicht nur “Abfüller”, sondern stellt sämtliche Inhaltsstoffe selbst her. Das heißt nicht nur die Aromen, sondern auch das Glycerin, Propylenglykol und Ethanol werden vor Ort in Ollegio (Italien) hergestellt.

Doch was uns wirklich beeindruckt hat, und in Sachen Transparenz und verantwortungsvolles Handeln seines Gleichen sucht, ist Flavour Art’s Projekt “Clearstream Onwards” bei welchem sie sämtliche ihrer Aromen u.a. auf Toxizität auf Lungengewebe geprüft haben. Die Ergebnisse wurden dann veröffentlicht und jeder Kunde konnte nachschauen, wie sein Aroma abgeschnitten hat.

Dr. Born

Dr. Born ist ebenfalls ein sehr seriöser deutscher Hersteller, dem es wichtig ist, dass seine Kunden ein möglichst sicheres Produkt erhalten. Daher haben sie schon immer auf umstrittene Aromen und Zusatzstoffe wie Diketone und Sucralose verzichtet.

Auch hier möchte ich nochmal erwähnen, dass in einem Großteil der Liquids und Aromen auf dem deutschen Markt Sucralose enthalten ist. Das bedeutet, dass Dr. Born hier ganz bewusst auf zusätzliche Einnahmen verzichtet, um seinen Kunden maximale Sicherheit zu bieten. In dem folgenden Video bekommt ihr einen kleinen Eindruck von dem Unternehmen.

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Happy Liquid

Happy Liquid gehört ebenfalls zu den verantwortungsvollen Herstellern in Deutschland. Gemeinsam gegründet von einem Apotheker und einem Arzt, ist Happy Liquid derzeit der einzige deutsche Hersteller, der ein zelltoxikologisches Gutachten erstellen ließ. Der TüV untersuchte dabei nicht nur die Liquids in flüssiger, sondern auch in verdampfter Form. Happy Liquid verwendet nur Substanzen dem Arzneibuchstandard (DAB, Ph. Eur. oder USP) genügen.

Hier ein Bild aus der Produktion in München-Obersendling

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