Welche Nikotinstärke ist die richtige für mich?
Die passende Nikotinstärke hängt vor allem von deinem Gerät ab, nicht davon, wie viel oder wie stark du vorher geraucht hast. Beantworte drei Fragen, und du bekommst einen Startwert zum Ausprobieren. Darunter beantworten wir der Reihe nach die häufigsten Fragen zum Umstieg: Freebase oder Nikotinsalz, was tun wenn es im Hals kratzt, und wie viele Zigaretten 10 ml Liquid entsprechen. Wo es dazu Studien gibt, kannst du sie aufklappen und nachlesen.
Startbereich zum Ausprobieren
Drei Fragen. Das Ergebnis ist ein grober Startbereich für die ersten Tage, keine Berechnung deines Nikotinbedarfs.
Tipps für die ersten Tage nach einem Wechsel
- Es kratzt zu sehr: auf Nikotinsalz wechseln, oder Leistung und Stärke senken und den Unterschied über längere oder mehr Züge ausgleichen.
- Das Verlangen nach einer Zigarette bleibt: Stärke, Häufigkeit und Gerät durchgehen.
- Der Verbrauch springt nach einem Wechsel hoch: abwarten, bis er sich wieder stabilisiert. Meist etwa eine Woche.
Wie diese Zahlen zustande kommen
Die Zeitspanne bis zur ersten Zigarette bildet die tatsächliche Nikotinaufnahme besser ab als die Zahl der Zigaretten pro Tag (Jackson u. a. 2026, 14.244 Raucher). Sie legt fest, in welchem Bereich der Startwert liegt.
Wie viel Aerosol pro Zug entsteht, hängt vor allem an der Leistung des Geräts und an der Zugdauer (Talih u. a. 2017). Geräte für den Lungenzug arbeiten mit deutlich mehr Leistung, deshalb liegen die Werte dort niedriger. Der Schritt von der Zugart zur Leistung ist dabei unsere Zuordnung, nicht der Befund der Arbeit.
Die Stärke deiner früheren Zigaretten steuert nur, wo innerhalb dieses Bereichs du landest. Sie sagt etwas über das gewünschte Halsgefühl, nicht über die Menge.
Nikotinsalz kratzt bei gleicher Zahl weniger, liefert aber mehr Nikotin ins Blut als Freebase (Christen u. a. 2024). Ein Wechsel der Form ist deshalb immer auch ein Wechsel der Menge.
Die konkreten Zahlenbereiche stammen aus unserer Beratungserfahrung, nicht aus Studien. Eine validierte Formel, die aus einem Raucherprofil eine bestimmte mg/ml-Zahl ableitet, existiert nicht.
Selbst nachrechnen
Sobald du weißt, wie viel Liquid du am Tag verbrauchst, kannst du selbst prüfen, ob die Größenordnung stimmt.
Warum die Balken so breit sind. Wie viel Nikotin jemand aus derselben Menge herausholt, unterscheidet sich stark. Beim Liquid wurden Werte zwischen 22 und 98 Prozent gemessen, und wer viele, lange und tiefe Züge nimmt, liegt in beiden Balken eher rechts als links.
Wie der Rechner rechnet, warum die Spanne so groß ist und was die Zahl nicht sagt
Was dieser Rechner kann: einen Ausgangspunkt nennen, mit dem sich Ausprobieren verkürzen lässt. Was er nicht kann: ausrechnen, wie viel Nikotin bei dir ankommt. Das hängt von Gerät, Zugtechnik und Stoffwechsel ab und lässt sich nicht vorhersagen.
Alle Angaben werden ausschließlich in deinem Browser verarbeitet. Es werden keine Daten gespeichert, gesetzt oder übertragen.
In Deutschland sind nikotinhaltige Liquids gesetzlich auf höchstens 20 mg/ml begrenzt. Diese Angaben richten sich an erwachsene Raucherinnen und Raucher.
Quellen dieses Rechners
Aufnahmeanteil (75 Prozent): St Helen G, Havel C, Dempsey DA, Jacob P, Benowitz NL (2016). Addiction 111:535–544 (Angabe) sowie St Helen G, Dempsey DA, Havel CM, Jacob P, Benowitz NL (2017). Drug and Alcohol Dependence 178:391–398 (Angabe). Beide messen an Tankverdampfern mit Freebase-Liquid. Der Wert ist konservativ gerundet, siehe Hintergrundkasten.
Spanne des Aufnahmeanteils (22 bis 98 Prozent): aus den Einzelwerten in Tabelle 4 von St Helen 2016, also aus derselben Quelle wie der Punktwert. Wir haben das Verhältnis von PK-geschätzter Dosis zu geliefertem Nikotin für jeden Teilnehmer selbst gebildet; die Arbeit weist es nicht aus. Drei von zwölf Werten lagen über 100 Prozent, was biologisch nicht möglich ist und an der pauschalen Clearance-Annahme liegt. Diese drei sind ausgeschlossen.
Dosis pro Zigarette und die Rechenmethode selbst: Benowitz NL, Yang HY, Jacob P, St Helen G (2025). Nicotine Dosimetry in Evaluating Electronic Cigarettes Compared to Cigarette Smoking. Chemical Research in Toxicology 38:686–694. Vollständige Angabe
Streuung der Nikotinaufnahme beim Rauchen: Benowitz NL, Jacob P (1984). Daily intake of nicotine during cigarette smoking. Clinical Pharmacology & Therapeutics 35:499–504. Vollständige Angabe
Zeit bis zur ersten Zigarette als Indikator: Jackson SE u. a. (2026). Short Nicotine Dependence Index. Nicotine & Tobacco Research 28:602–608. Vollständige Angabe
Unterschied zwischen Freebase und Nikotinsalz: Christen SE u. a. (2024). Nicotine & Tobacco Research 26:1313–1321. Vollständige Angabe
Einfluss von Leistung und Zugdauer auf die abgegebene Nikotinmenge: Talih S u. a. (2017). Vollständige Angabe Dieselbe Arbeit stützt die Rechnung dieses Rechners direkt: Der Nikotinertrag ließ sich aus verdampfter Menge mal Nikotingehalt zuverlässig vorhersagen (r = 0,95).
Und was ist mit den Startbereichen selbst? Die Logik dahinter ist belegt, die konkreten Zahlen sind es nicht.
Belegt ist: dass die Zeit bis zur ersten Zigarette die tatsächliche Nikotinaufnahme besser abbildet als die Stückzahl (Jackson u. a. 2026), dass die abgegebene Nikotinmenge maßgeblich an Leistung und Zugdauer hängt und nicht an der Zahl auf der Flasche allein (Talih u. a. 2017), und dass Nikotinsalz bei gleicher Konzentration weniger reizt, aber mehr Nikotin liefert (Christen u. a. 2024).
Nicht belegt ist der Sprung von dort zu einer bestimmten mg/ml-Zahl. Eine geprüfte Formel, die aus einem Raucherprofil einen Startwert berechnet, gibt es nicht. Die Zahlen in der Tabelle stammen deshalb aus unserer Beratung.
Wonach wir sie ausgerichtet haben. Nicht danach, die Nikotinmenge möglichst genau zu treffen, sondern danach, dass das Inhalieren angenehm bleibt. Wer bei den ersten Zügen husten muss, legt das Gerät weg und raucht weiter. Zu wenig Nikotin lässt sich über mehr Züge ausgleichen, ein zu kratziger Zug nicht. Deshalb liegen unsere Startwerte eher am unteren Rand des Möglichen.
Die Antwort in 60 Sekunden
Wenn du nur einen Absatz liest, dann diesen.
Die Marke, die du geraucht hast, sagt wenig darüber, wie viel Nikotin du brauchst. Viel wichtiger ist dein Gerät, genauer: dessen Leistung. Ein Gerät mit 10 Watt und eines mit 60 Watt liefern bei derselben Zahl auf der Flasche völlig unterschiedliche Mengen.
Die zweite Sache, die fast alle verwechseln: Wie viel Nikotin ankommt und wie kratzig es im Hals ist, sind zwei verschiedene Dinge. Du kannst sie getrennt einstellen. Wenn es zu sehr kratzt, musst du nicht zwangsläufig die Nikotinstärke senken.
Als grober Startwert für jemanden, der von etwa 20 mittelstarken Zigaretten kommt: In einem leistungsschwachen Gerät, also etwa 10 Watt, 12 bis 18 mg/ml. In einem leistungsstärkeren entsprechend weniger. Und dann: ein paar Tage ausprobieren und nachjustieren.
Ob du vorher leichte oder starke Zigaretten geraucht hast, ist dabei überraschend nebensächlich. Warum, steht gleich im ersten Kapitel.
Wenn du es lieber als Liste hast: Hier geht es direkt zur Kurzfassung mit allen neun Punkten.
Deine alte Zigarette
Ich habe leichte Zigaretten geraucht. Brauche ich weniger Nikotin?
Wahrscheinlich nicht.
Wer leichte Zigaretten raucht, nimmt am Ende ungefähr so viel Nikotin auf wie jemand mit starken. Und zwar deshalb, weil man automatisch länger, tiefer und öfter zieht, wenn pro Zug weniger ankommt. Das passiert unbewusst und gleicht die kleinere Menge weitgehend wieder aus. Der Fachbegriff dafür ist Kompensation.
Dazu kommt ein Konstruktionsdetail. Bei leichten Zigaretten sitzen winzige Löcher im Filter, die beim Ziehen Luft beimischen und den Rauch verdünnen. Beim Rauchen liegen Finger und Lippen aber teilweise darauf. Ein Teil der Verdünnung findet also gar nicht erst statt.
Die Zahl, die früher auf der Packung stand, hat dagegen eine Maschine gemessen. Die zieht immer gleich lang und gleich stark, hat keine Finger und kompensiert nicht.
Genau deshalb stehen die Nikotinwerte seit 2016 auch nicht mehr auf der Packung. Die EU hat den Aufdruck verboten, weil er die Leute glauben ließ, leichte Zigaretten seien weniger schädlich.4
HintergrundWas die Studien dazu sagen
Direkt gemessen. 51 Raucher rauchten über drei Wochen insgesamt 5.409 Zigaretten durch ein tragbares Gerät, das jeden einzelnen Zug aufzeichnete. Nach jeder Woche wurde ihr Speichel auf Cotinin untersucht, ein Abbauprodukt des Nikotins, an dem sich ablesen lässt, wie viel jemand tatsächlich aufgenommen hat. Danach rauchte eine Maschine dieselben Marken nach fünf Verfahren, darunter eines, bei dem sie mit den echten Zugprofilen der Teilnehmer gefüttert wurde.2
Nur dieses eine Verfahren sagte die tatsächliche Aufnahme vorher (β = 0,37, p = 0,02). Die vier Standardverfahren nicht, auch nicht das amtliche. Die amtlichen Werte stimmten hoch mit den anderen Maschinenverfahren überein (r = 0,75 bis 0,88), aber gar nicht mit den realistischen (r = −0,08).
Insgesamt nahmen die Teilnehmer das Zwei- bis Vierfache dessen auf, was die amtlichen Werte erwarten ließen. Und als die Hälfte von ihnen auf eine Leichtmarke wechselte, zogen sie 802 statt 603 Milliliter Rauch pro Zigarette. Das ist die Kompensation, direkt gemessen.
Die Autoren ziehen daraus einen Satz, der das ganze Thema zusammenfasst: Es sei der Raucher, nicht das Design der Marke, der die Nikotindosis und die Rauchbelastung bestimmt.
Einschränkungen: 51 Personen, keine repräsentative Auswahl, nur eine einzige Leichtmarke im Wechselversuch.
Bestätigt an einer großen Bevölkerungsstichprobe. An 713 Rauchern wurde geprüft, wie viel die Marke und wie viel die Stückzahl über die tatsächliche Belastung aussagt. Das Ergebnis ist deutlich: Die Zahl der Zigaretten pro Tag erklärte 28 beziehungsweise 22 Prozent der Unterschiede zwischen den Teilnehmern. Der Nikotinwert der Marke erklärte 1 beziehungsweise 2 Prozent.44
Raucher von Ultra-Light-Marken hatten Laborwerte, die sich nicht bedeutsam von denen der Raucher stärkerer Marken unterschieden. Und je niedriger der Nikotinwert einer Marke, desto mehr Zigaretten wurden geraucht. Die Autoren schließen, dass die Maschinenwerte den tatsächlichen menschlichen Konsum schädlicher Zigarettenbestandteile unterschätzen.
Und wie weit reicht dieser Ausgleich? Aus der Rauchforschung ist bekannt, dass Raucher beim Wechsel auf schwächere Zigaretten durch längere, größere und häufigere Züge etwa 60 bis 80 Prozent ihres gewohnten Nikotinniveaus wieder erreichen.45 Es ist also kein vollständiger Ausgleich, aber ein weitgehender.
Eine japanische Untersuchung liefert einen ergänzenden Befund: Bei stark abhängigen Rauchern lag das Cotinin durchgehend hoch, unabhängig vom Nikotinwert der Marke. Je abhängiger jemand war, desto weniger sagte die Packungsangabe über ihn aus. Die Autoren halten den damals aufgedruckten Nikotinwert für zwei Drittel aller Raucher für irreführend.46
Noch überraschender ist ein Befund aus einer Übersichtsarbeit des US-amerikanischen Krebsinstituts. Man würde erwarten, dass der Maschinenwert wenigstens mit dem Nikotingehalt des Tabaks zusammenhängt. Tut er nicht. Gemessen wurde kein Zusammenhang zwischen dem Nikotin im Tabakstrang und dem maschinell bestimmten Wert, und zwischen der Nikotinkonzentration im Tabak und dem Maschinenwert sogar ein umgekehrter.47
Der Grund ist Konstruktion: Hersteller stellen den Maschinenwert nicht über den Tabak ein, sondern über Filterlöcher, Papier und Bauweise. Der Wert misst also die Konstruktion der Zigarette, nicht ihren Inhalt und erst recht nicht das, was beim Menschen ankommt.
Wie viel Nikotin hat eine Zigarette?
Im Tabak stecken etwa 10 bis 15 Milligramm. Beim Rauchen aufgenommen wird davon rund 1 Milligramm.
Das ist aber nur der Durchschnitt. Gemessen wurden Werte zwischen 0,4 und 2,9 Milligramm pro Zigarette, je nachdem, wie jemand zieht. Der Unterschied zwischen zwei Rauchern derselben Marke ist also größer als der Unterschied zwischen den Marken.
Der Rest bleibt im Stummel, verbrennt, zieht als Rauch in den Raum oder wird wieder ausgeatmet.
Wie viel Nikotin in deiner Marke steckt, steht zwar nicht mehr auf der Packung, aber du kannst es in einer Datenbank des Bundesministeriums einsehen. Das Bundesministerium betreibt eine öffentliche Datenbank mit fast 10.000 Tabakprodukten:
Ein Beispiel, Marlboro Red, Eintrag von 2011: 0,8 mg Nikotin, 10 mg Teer, 10 mg Kohlenmonoxid pro Zigarette.5
0,8 Milligramm. Das ist die „starke" Marlboro. Die Marlboro Gold, die als leichte Zigarette gilt, liegt bei 0,5 mg.
Wer gedacht hat, die Rote hätte ein Vielfaches der Goldenen, findet hier zwei Zahlen, die viel dichter beieinander liegen als erwartet. Und selbst dieser Unterschied verschwindet weitgehend, sobald ein Mensch statt einer Maschine raucht. Und selbst diese Zahl ist nur der Maschinenwert.
HintergrundZahlen und Einschränkungen
Direkt gemessen. Bei 22 Rauchern lag die Aufnahme im Mittel bei 1,04 mg pro Zigarette und 37,6 mg am Tag.1
Die wichtigeren Zahlen aus derselben Untersuchung sind die Spannbreiten. Pro Zigarette 0,37 bis 1,56 mg, und 10,5 bis 78,6 mg am Tag. Der stärkste Konsument nahm mehr als das Siebenfache des schwächsten auf. Ein „durchschnittlicher Raucher" ist eine Rechengröße, kein Mensch.
Die neuere Arbeit derselben Gruppe findet pro Zigarette eine noch größere Spanne, nämlich 0,4 bis 2,9 mg.61 Der Mittelwert von rund 1 mg sagt über den Einzelnen also wenig.
Die Aufnahme hing mit der Zahl der Zigaretten zusammen, aber nicht mit dem Maschinenwert der Marke. Und selbst die Zigarettenzahl erklärte nur 35 Prozent der Unterschiede zwischen den Teilnehmern. Der Maschinenwert erklärte praktisch nichts: für die Tagesmenge r = 0,16, für die Menge pro Zigarette sogar leicht negativ mit r = −0,12, beides ohne statistische Bedeutung.
Die Autoren ziehen daraus einen Satz, der das ganze Kapitel zusammenfasst: Dass die Stückzahl nur gut ein Drittel der Unterschiede erklärt, passe zu der These, dass es wichtiger ist, wie jemand raucht, als wie viel.
Woher die große Streuung kommt. Dieselbe Arbeit hat auch gemessen, wie schnell die Teilnehmer Nikotin abbauen, und dabei Unterschiede von bis zu 300 Prozent gefunden. Die Autoren rechnen vor: Wer Nikotin langsam abbaut, muss nur ein Drittel so viel rauchen wie jemand mit schnellem Abbau, um auf denselben Blutspiegel zu kommen.
Und ein Detail, das die Sache noch schärfer macht. Bei Filterzigaretten stimmte der Maschinenwert im Durchschnitt sogar gut: Das Verhältnis von tatsächlicher Aufnahme zu Maschinenwert lag im Mittel bei etwa 1,0. Die Spanne der einzelnen Personen reichte aber von 33 bis 155 Prozent. Der Wert stimmt also für die Gruppe und ist für den Einzelnen wertlos. Genau das macht ihn so irreführend.
Einschränkung: 22 Personen, Studie von 1984, US-Marken. Die Teilnehmer rauchten im Mittel 36,5 Zigaretten am Tag, waren also deutlich stärkere Raucher als der Durchschnitt. Der Wert von 1,04 mg pro Zigarette ist davon unabhängig, die 37,6 mg am Tag beziehen sich dagegen auf diese schwere Raucherschaft.
Eine neuere Messung derselben Arbeitsgruppe kommt bei freier Nutzung auf 1,5 mg pro Zigarette.61 Unser Rechner arbeitet mit diesem höheren Wert, weil er aus derselben Untersuchung stammt wie die Vergleichszahlen fürs Dampfen.
Zur Datenbank: Das Ministerium weist selbst darauf hin, dass die Daten wegen technischer Probleme nicht aktuell sind. Viele Einträge stammen aus den frühen 2010er Jahren.
Wie viele Zigaretten entsprechen 10 ml Liquid?
Doch, das geht, anders als oft behauptet. Nur ist die Spanne groß, und die gehört dazu.
| Stärke | Nikotin in 10 ml | davon im Blut | entspricht etwa | je nach Person |
|---|---|---|---|---|
| 3 mg/ml | 30 mg | 22,5 mg | 15 Zigaretten | 4 bis 19 |
| 6 mg/ml | 60 mg | 45 mg | 30 Zigaretten | 7 bis 37 |
| 9 mg/ml | 90 mg | 67,5 mg | 45 Zigaretten | 11 bis 56 |
| 12 mg/ml | 120 mg | 90 mg | 60 Zigaretten | 14 bis 75 |
| 18 mg/ml | 180 mg | 135 mg | 91 Zigaretten | 22 bis 112 |
| 20 mg/ml | 200 mg | 150 mg | 101 Zigaretten | 24 bis 125 |
So wird gerechnet: Nikotin im Liquid, davon kommen im Mittel rund drei Viertel im Blut an, und eine Zigarette liefert bei freier Nutzung etwa 1,5 mg. Woher diese beiden Zahlen stammen und wie gut sie belegt sind, steht im Kasten darunter.
Warum die letzte Spalte so breit ist. Wie viel vom Liquid tatsächlich im Blut ankommt, unterscheidet sich zwischen Menschen erheblich. Gemessen wurden Werte von 18 bis 93 Prozent. Die mittlere Zahl ist deshalb eine Größenordnung, kein Messwert.
Ein Bild dazu: Auf einer Weinflasche steht der Alkoholgehalt. Wie viel Alkohol drin ist, weißt du damit genau. Wie betrunken jemand davon wird, nicht.
Wie lange 10 ml reichen, hängt am Gerät. Bei einem kleinen Pod drei bis zehn Tage, bei einem klassischen MTL-Gerät zwei bis drei, bei einem Sub-Ohm-Gerät oft weniger als einen. Die Zahlen aus der Tabelle verteilen sich also über sehr unterschiedliche Zeiträume.
Für deinen eigenen Wert: Der zweite Rechner oben macht dieselbe Rechnung mit deinem tatsächlichen Verbrauch und ordnet das Ergebnis gegen deine früheren Zigaretten ein. Das ist die persönliche Fassung dieser Tabelle.
HintergrundWoher die beiden Zahlen in der Rechnung kommen
Direkt gemessen. 15 Züge lieferten im Mittel 1,33 mg Nikotin. Davon wurden 93,8 Prozent nicht wieder ausgeatmet.30
Diese Zahl wird ständig falsch zitiert, meist als „94 Prozent kommen im Blut an". Gemessen wurde etwas anderes. Die Forscher haben gewogen, wie viel Liquid verbraucht wurde, daraus das enthaltene Nikotin berechnet und davon abgezogen, was die Teilnehmer wieder ausatmeten. Übrig bleibt alles, was im Körper geblieben ist. Das ist nicht dasselbe wie alles, was ins Blut gelangt.
Der Unterschied steckt in einem Schritt, den diese Rechnung nicht auflösen kann. Was sich in Mund und Rachen ablagert, zählt darin als zurückgehalten. Ein Teil davon wird aber verschluckt und läuft durch die Leber, die den größten Teil abfängt, bevor er im Blut ankommt. Dazu kommt Kondensat, das im Mundstück hängen bleibt. Die Autoren halten selbst fest, dass ihr vergleichsweise niedriger Blutspitzenwert dafür spricht, dass nicht alles Eingeatmete und Zurückgehaltene über die Lunge aufgenommen wird.
Dieser Weg ist sichtbar gemacht worden. In einer Bildgebungsstudie bekamen Dampfer einen einzelnen Zug mit radioaktiv markiertem Nikotin. Bei dreien von ihnen wurde danach der ganze Körper gescannt. Auf der veröffentlichten Aufnahme leuchten Mundhöhle, Stimmbänder, Luftröhre, Bronchien, Speiseröhre und Magen.28 Der Magen ist der Beleg dafür, dass ein Teil verschluckt wird.
Wie viel wirklich im Blut ankommt, hat dieselbe Arbeitsgruppe ebenfalls gerechnet. Aus dem Blutverlauf und der Nikotin-Clearance lässt sich die systemische Dosis schätzen und mit dem Nikotin im verbrauchten Liquid vergleichen. In zwei Untersuchungen an 13 und 14 erfahrenen Dampfern kommen dabei rund drei Viertel heraus, nicht 94 Prozent.3062
Die neuere davon ist die einschlägige: ein Tankverdampfer bei 9 Watt, Liquid mit knapp 20 mg/ml Freebase, also ein Aufbau, wie ihn hier viele benutzen. Die Arbeit nennt die aufgenommene und die im Liquid enthaltene Menge nebeneinander. Daraus ergibt sich ein Anteil von rund 79 Prozent.
Dazu gehört eine Einschränkung. Beide Untersuchungen rechnen mit einem festen Clearance-Wert für alle Teilnehmer statt mit einem individuell gemessenen. Bei einzelnen Personen und bei einer Teilgruppe kommt dabei mehr heraus, als überhaupt im Liquid war, was nicht sein kann. Die drei Viertel sind deshalb eher eine Obergrenze. Unser Rechner setzt 75 Prozent an.
Dazu kommt eine Ungereimtheit, die wir nicht auflösen können. Weiter unten in diesem Artikel steht, dass nur rund ein Drittel des Nikotins überhaupt die Lunge erreicht. Damit am Ende drei Viertel im Blut ankommen, müsste ein erheblicher Teil des Rests über die Mundschleimhaut aufgenommen werden, statt verschluckt zu werden. Wie groß dieser Anteil ist, weiß niemand.
Eine unabhängige Gegenrechnung aus einer Langzeitstudie an 27 erfahrenen Freebase-Dampfern kommt auf etwa 60 Prozent.32
Zu dieser Gegenrechnung gehört ein Vorbehalt. Sie stützt sich auf Cotininwerte. Benowitz und Jacob halten in ihrer Arbeit aber fest, dass Cotinin zwischen verschiedenen Menschen ein schlechterer Anzeiger für die aufgenommene Nikotinmenge ist als der Nikotinspiegel selbst, weil sich der Anteil, der im Körper zu Cotinin umgebaut wird, individuell unterscheidet. Für Veränderungen innerhalb einer Person halten sie Cotinin dagegen für gut geeignet.1 Unsere Gegenrechnung vergleicht Gruppenmittelwerte und fällt damit in die schwächere der beiden Anwendungen.
Eine dritte Arbeit kommt deutlich niedriger heraus. Dieselbe Gruppe hat 2025 bei 14 Rauchern, die nur gelegentlich dampften, denselben Vergleich gezogen und kam in der Laborsitzung auf 47 Prozent.61 Getestet wurde dort allerdings ein Pod-System mit 59 mg/ml Nikotinsalz, das in der EU nicht zulässig ist.
Eine Stolperstelle für alle, die nachschlagen. Dieselbe Tabelle nennt auch 56 Prozent. Das ist derselbe Versuch mit einem Teilnehmer mehr, dessen Verhältnis bei 1,81 lag, also über 100 Prozent und damit unmöglich. Die Autoren führen das auf einen Wägefehler am Gerät zurück und rechnen im Text mit den 47 Prozent weiter. Die beiden Zahlen sind also nicht zwei Bedingungen, sondern eine Messung mit und ohne Ausreißer.
Bei freier Nutzung liegt der Anteil höher. Als Prozentzahl schreibt ihn die Arbeit nirgends hin, aber er steckt in ihrer eigenen Hochrechnung: 4,08 mg im Blut aus 7,3 mg geliefertem Nikotin sind rund 56 Prozent. Dass die Zahl mit der oben zufällig übereinstimmt, macht die Sache nicht übersichtlicher.
Woran der Unterschied zu den Tankmessungen liegt, ist offen. Wir rechnen mit der Zahl aus den Tankmessungen, weil sie zu dem passt, was hier verkauft wird.
Und ein Befund aus dieser Arbeit rechtfertigt die Empfehlung, den Verbrauch zu notieren. Die Forscher haben zwei Situationen verglichen. In der strengen Laborsitzung mit zehn vorgegebenen Zügen sagte der Liquidverbrauch die aufgenommene Nikotinmenge nicht vorher. Bei vierstündiger freier Nutzung dagegen sehr deutlich (r = 0,78). Die Autoren merken ausdrücklich an, dass sich der Verbrauch damit zur Abschätzung eignet, wenn man keine Blutwerte messen kann.
Im Labor funktioniert die Rechnung also nicht, im Alltag schon. Der Grund liegt im Verhalten: Ein Raucher muss zügig ziehen, weil die Zigarette weiterbrennt. Ein Dampfer verteilt seine Züge über den Tag, wie es sein Verlangen vorgibt. Ein Fünf-Minuten-Protokoll bildet das nicht ab.
Bemerkenswert ist außerdem, wie genau Menschen sich einpendeln. Über vier Stunden freier Nutzung erreichten die Teilnehmer im Median 89 Prozent der Nikotinmenge, die sie beim Rauchen aufnahmen. Die Mehrheit lag bei 75 Prozent oder darüber. Und das, obwohl dieselben Personen in der Laborsitzung nur etwa die Hälfte erreichten.
Zur Einordnung dieselbe Studie für Zigaretten: 1,15 mg systemische Dosis pro standardisiert gerauchter Zigarette, bei freier Nutzung 1,5 mg. Diese Zahlen sind mit derselben Methode gemessen wie die Dampfwerte und deshalb direkt vergleichbar. Die Autoren rechnen daraus hoch, dass ein kompletter Pod mit 40 mg Nikotin etwa 15 Zigaretten entspräche. Dabei setzen sie ihren eigenen Aufnahmeanteil von 56 Prozent an. Mit den 75 Prozent, mit denen unser Rechner arbeitet, wären es rund 20. Der Abstand zwischen beiden Zahlen ist genau die offene Frage von weiter oben.
Einschränkungen, und sie sind erheblich: 14 Teilnehmer, relativ leichte Raucher mit durchschnittlich 8,6 Zigaretten am Tag. Die individuelle Spanne des Aufnahmeanteils reichte von 18 bis 93 Prozent, also um den Faktor fünf. Auf ein 6-mg-Freebase-Liquid bei einem erfahrenen Umsteiger lässt sich das nicht einfach übertragen.
Und diese Spanne stammt aus der Laborsitzung, also aus der Bedingung, die die Autoren selbst für untauglich halten. Sie schreiben ausdrücklich, dass standardisierte Sitzungen das übliche Nutzungsverhalten nicht vorhersagen. Im Labor lag der Zusammenhang zwischen Liquidverbrauch und aufgenommener Menge bei r = 0,34 und war nicht bedeutsam, bei freier Nutzung bei r = 0,78. Unser Rechner zeichnet die Balken trotzdem mit der Laborspanne, weil es für den Alltag keine veröffentlichte gibt. Im Alltag dürfte sie enger sein.
Der Hauptautor gibt Beratungstätigkeiten für zwei Unternehmen an, die Rauchstopp-Medikamente entwickeln oder vertreiben, sowie Tätigkeiten als bezahlter Gutachter in Verfahren gegen Tabakkonzerne. Finanziert wurde die Arbeit vom US-amerikanischen Institut für Drogenmissbrauchsforschung.
Deshalb bleibt die Rechnung Verbrauch mal Nikotinstärke, also Milliliter pro Tag mal mg/ml, vor allem ein Wert, mit dem du dich mit dir selbst vergleichen kannst. Als grobe Schätzung deiner Aufnahme taugt sie inzwischen auch, wenn man rund drei Viertel davon ansetzt und die große Streuung im Kopf behält.
Woran erkenne ich, wie viel Nikotin ich gewohnt bin?
Daran, wie schnell du nach dem Aufstehen die erste Zigarette rauchst.
Diese eine Frage sagt mehr über deine gewohnte Nikotinmenge aus als die Zahl der Zigaretten pro Tag. Der Gedanke dahinter: Wer nach sieben Stunden Schlaf nicht bis nach dem Frühstück warten kann, hat einen Bedarf, der keinen Aufschub duldet. Wie viele Zigaretten am Tag zusammenkommen, hängt dagegen auch von Arbeitszeiten, Rauchverboten und dem Geldbeutel ab.
Grobe Einordnung:
| Erste Zigarette | Einordnung |
|---|---|
| Innerhalb von 5 Minuten | Hoher Bedarf |
| Nach 5 bis 30 Minuten | Eher hoher Bedarf |
| Nach 30 Minuten bis 2 Stunden | Mittlerer Bedarf |
| Später als 2 Stunden | Eher niedriger Bedarf |
HintergrundWarum diese Frage besser ist
Direkt gemessen, an 14.244 Rauchern. Geprüft wurde, welche einfache Frage die Cotininwerte am besten vorhersagt, also die tatsächliche Nikotinaufnahme.26
| Frage | Anteil der erklärten Unterschiede |
|---|---|
| Zeit bis zur ersten Zigarette | 27,4 % |
| Wie schwer wäre ein Tag ohne? | 19,9 % |
| Zigaretten pro Tag | 18,6 % |
Übersetzt: Die Morgenfrage erklärt gut ein Viertel der Unterschiede zwischen Menschen. Die Zigarettenzahl, also die Frage, die praktisch jeder Ratgeber stellt, erklärt weniger. In einer zweiten Stichprobe war der Abstand noch größer, dort 26,3 gegenüber 12,1 Prozent.
Die gemessenen Werte: Wer mindestens zwei Stunden wartet, hatte im Mittel 129 ng/ml Cotinin im Speichel. Wer innerhalb von fünf Minuten raucht, 376 ng/ml. Daraus lässt sich die Tagesaufnahme schätzen, sie reichte von etwa 8 mg am unteren bis 39 mg am oberen Ende der Skala.
In der Entwöhnungspraxis ist das längst etabliert. Der britische Leitfaden bestimmt die Anfangsdosis von Pflaster und Kaugummi ebenfalls über die Zeit bis zur ersten Zigarette, kombiniert mit der Stückzahl. Beim Kaugummi etwa: 2 mg für alle, die erst 30 Minuten oder später nach dem Aufwachen rauchen, 4 mg für alle darunter.20
Einschränkung: Diese Skala ist an Rauchern geprüft, nicht an Dampfern. Die Autoren schreiben selbst, dass die Übertragung auf andere Nikotinprodukte noch untersucht werden muss. Wir übertragen sie trotzdem, weil es nichts Besseres gibt.
Der wichtigste Gedanke: es gibt zwei Regler
Das ist der Denkfehler, an dem fast alle Ratgeber scheitern, und er kostet Umsteiger regelmäßig den Umstieg. Deshalb steht er hier als eigener Abschnitt und nicht als Frage.
Die Zahl auf der Flasche beantwortet zwei Fragen gleichzeitig, und die haben nichts miteinander zu tun:
- Wie viel Nikotin kommt bei mir an? Davon hängt ab, ob dein Verlangen nach einer Zigarette verschwindet.
- Wie kratzig ist der Zug im Hals? Davon hängt ab, ob das Dampfen angenehm ist.
Das Kratzen im Hals heißt in der Dampferszene Throat Hit. Ob du ihn willst, hängt stark davon ab, was du vorher geraucht hast.
Wer von kräftigen Zigaretten kommt, will meist auch beim Dampfen einen deutlichen Zug spüren. Ohne ihn fühlt sich das Ganze nach nichts an. Wer dagegen von sehr leichten Zigaretten kommt, mag den Throat Hit oft überhaupt nicht und empfindet ihn als störend.
Hier ist deine alte Marke tatsächlich nützlich, anders als bei der Nikotinmenge. Sie sagt dir nicht, wie viel du brauchst, aber sie sagt dir, wie sich der Zug anfühlen soll.
Denk an eine Dusche. Da gibt es zwei Regler, Menge und Temperatur. Wenn das Wasser zu heiß ist, drehst du nicht die Menge runter. Sonst stehst du unter einem heißen Rinnsal und hast zwei Probleme statt einem.
Beim Dampfen ist es genauso:
| Regler 1: die Nikotinmenge | Regler 2: das Inhalationsgefühl | |
|---|---|---|
| Entscheidet über | ob dein Verlangen verschwindet | ob das Dampfen angenehm ist |
| Du änderst ihn über | Stärke des Liquids, Leistung des Geräts, wie lange du ziehst | Nikotinform, Luftzufuhr, wie schnell du ziehst |
| Zu niedrig heißt | du rauchst nebenher weiter | es fühlt sich nach nichts an |
| Zu hoch heißt | Unruhe, flaues Gefühl | du hustest und gibst auf |
Zwei Beispiele, wie das schiefgeht
Martin kommt von 20 Marlboro Red und hat ein mittelgroßes Gerät mit 12 mg/ml. Es kratzt ihm zu sehr. Sein Reflex: runter auf 6 mg. Ergebnis: Das Kratzen ist weg, aber abends raucht er wieder eine.
Er hatte ein Problem mit Regler 2 und hat an Regler 1 gedreht, ohne den Verlust auszugleichen. Drei Wege hätten funktioniert:
- 12 mg als Nikotinsalz. Gleiche Zahl auf der Flasche, deutlich weniger Kratzen. Zu beachten: Damit steigt seine Nikotinmenge sogar leicht.
- Runter auf 6 mg und den Unterschied ausgleichen. Die Stärke sinkt, die Menge bleibt, wenn er länger oder öfter zieht.
- Leistung oder Zugdauer senken und den Unterschied ausgleichen. Weniger Dampf pro Zug heißt weniger Kratzen pro Zug.
Bei den letzten beiden gilt dasselbe: Wer die Stärke oder die Leistung senkt, muss den Unterschied über die Häufigkeit ausgleichen. Sonst fehlt am Ende Nikotin, und die Zigarette kommt zurück. Genau das ist Martin passiert.
Sabine hat ein leistungsschwaches Pod-Gerät mit 10 mg Nikotinsalz. Nichts kratzt, alles angenehm. Aber sie hat das Gerät dauernd in der Hand und wird trotzdem nicht satt.
Bei ihr stimmt Regler 2, und Regler 1 ist zu niedrig. Richtig wäre: hoch auf 18 oder 20 mg, gleiches Gerät, gleiche Form.
Merksatz: Kratzen und Nikotinmenge sind zwei verschiedene Regler. Wer am falschen dreht, löst ein Problem und schafft ein neues.
HintergrundDass das zwei getrennte Größen sind, ist berechenbar
Gemessen und modelliert. Ein physikalisches Modell berechnet, wie viel Nikotin nicht als Tröpfchen, sondern als Gas im Rachen ankommt und dort auf die Schleimhaut trifft. Der berechnete Wert stimmte gut mit der Schärfe des Inhalationsgefühls überein, die Testpersonen berichteten (r = 0,62).12
Ein Zusammenhang von 0,62 ist deutlich, aber nicht perfekt. Das Modell trifft die Richtung zuverlässig und den Einzelfall nur ungefähr. Das passt zu der bekannten Beobachtung, dass Menschen sehr unterschiedlich empfindlich sind.
Die vier Stellschrauben laut Modell: Nikotinkonzentration, Nikotinform, Temperatur des Dampfes und wie schnell man zieht. Nur die erste hat direkt mit der Menge zu tun. Die anderen drei kannst du verändern, ohne die Menge anzufassen. Genau darauf beruht die Zwei-Regler-Logik.
Dazu kommt Propylenglykol, einer der beiden Grundstoffe im Liquid. Es reizt auch eigenständig, weil es dieselben Rezeptoren in den Atemwegen anspricht wie Schärfe und Kälte, ganz ohne Nikotin.13
Sein Beitrag ist gegenüber dem Nikotin allerdings klein. Nikotin und seine Form bestimmen den Throat Hit, das Verhältnis von Propylenglykol zu Glycerin verschiebt ihn nur. Wer sein Kratzen allein über dieses Verhältnis lösen will, wird meist enttäuscht. Es taugt zur Feinjustierung, nicht als Lösung.
Der Startwert
Welche Nikotinstärke soll ich zum Anfangen nehmen?
Für die meisten Umsteiger sind es 6 mg/ml Freebase. Das ist bei uns der mit Abstand meistverkaufte Wert, und für viele weniger, als sie erwartet haben.
Ob er für dich passt, hängt an vier Dingen: an deinem Gerät, daran wie stark du am Nikotin hängst, daran wie du inhalierst, und daran ob dir der Zug im Hals zu kratzig oder zu lasch ist. Die Tabellen unten gehen die ersten beiden durch, um die anderen beiden geht es in den Kapiteln danach.
Die folgenden Werte gelten für jemanden, der von etwa 20 mittelstarken Zigaretten am Tag kommt. Wer deutlich weniger raucht oder wer morgens sofort zur Zigarette greift, geht eine Stufe runter beziehungsweise hoch.
Welches Gerät hast du?
| Klasse | Woran du es erkennst |
|---|---|
| Pod oder kleines MTL-Gerät | Enger Zug: erst in den Mund, dann einatmen, wie bei einer Zigarette. Wenig sichtbarer Dampf. Meist ohne Einstellmöglichkeiten. Bis etwa 15 Watt. |
| MTL-Verdampfer mit Tank | Gleiche Zugtechnik, aber nachfüllbar, mit verstellbarer Luftzufuhr und sichtbar mehr Dampf. Etwa 15 bis 25 Watt. |
| RDL | Deutlich lockerer Zug, direkt in die Lunge, aber mit Widerstand. Viel Dampf. Etwa 25 bis 40 Watt. |
| DL oder Sub-Ohm | Fast widerstandsloser Zug, wie tiefes Luftholen. Sehr viel Dampf. Über 40 Watt. |
„MTL" steht für mouth to lung, also erst in den Mund, dann in die Lunge. „DL" für direct to lung, direkt in die Lunge. „RDL" heißt restricted direct lung, also direkt in die Lunge, aber gebremst.
Die Startwerte
| Gerät | Freebase | Nikotinsalz | Erwarteter Verbrauch |
|---|---|---|---|
| Mini-Pod, unter 10 W | 12–18 mg/ml | 20 mg/ml | 1–3 ml/Tag |
| Klassisches MTL, 10–20 W | 6–12 mg/ml | 10–20 mg/ml | 3–5 ml/Tag |
| RDL, 20–30 W | 3–6 mg/ml | 10 mg/ml | 5–8 ml/Tag |
| DL / Sub-Ohm, über 30 W | 3–6 mg/ml | hier unüblich | 8–15 ml/Tag |
Der häufigste Fall ist die zweite Zeile. Dort landen die meisten Umsteiger, und daher stammen die 6 mg/ml von oben.
Diese Zahlen stammen aus unserer Beratung, nicht aus Studien. Eine Formel, die aus einem Raucherprofil eine bestimmte Stärke berechnet, gibt es nicht.
Warum hängt das so stark vom Gerät ab?
Weil das Gerät entscheidet, wie viel Flüssigkeit pro Zug überhaupt verdampft wird.
Ein Bild: Die Zahl auf der Flasche ist wie die Stärke eines Kaffees. Wie viel Koffein bei dir ankommt, hängt aber auch davon ab, ob du eine Espressotasse oder einen Becher trinkst. Ein großes Dampfgerät ist der Becher.
Der Unterschied ist größer, als die meisten denken: In einer Untersuchung lieferten sehr leistungsstarke Geräte so viel Nikotin wie eine Zigarette, obwohl im Liquid weniger als 4 mg/ml waren.10 Dieselben 4 mg/ml in einem 10-Watt-Gerät liefern nur einen Bruchteil davon.
Deshalb ist die Angabe „3 mg" ohne das dazugehörige Gerät praktisch bedeutungslos.
HintergrundWie sich das berechnen lässt
Direkt gemessen. Fachleute rechnen mit dem Nikotinfluss: der Nikotinmenge, die pro Sekunde Ziehen aus dem Gerät kommt, gemessen in Mikrogramm pro Sekunde. Aus vier Angaben lässt er sich vorhersagen: Leistung, Zugdauer, Anteil an Propylenglykol und Nikotinkonzentration. Über 100 Prüfbedingungen stimmten berechneter und gemessener Wert eng überein, r = 0,85.29 Keinen Einfluss hatten dagegen der Wassergehalt und die Geschwindigkeit, mit der gezogen wurde.
Wie weit die Spanne reicht, zeigt dieselbe Arbeit: Über alle Bedingungen hinweg lieferten 15 Züge zwischen 0,01 und 6,65 mg Nikotin. Bei echten Dampfern ergaben dieselben 15 Züge 1,33 mg.30 Dieselbe Zugzahl, je nach Gerät und Einstellung um den Faktor 600 verschieden.
Und ein Befund daraus stützt unsere Rechnung im Rechner. Der Nikotinertrag ließ sich zuverlässig aus zwei Angaben vorhersagen: wie viel Liquid verdampft wurde und wie viel Nikotin darin war (r = 0,95). Genau diese Multiplikation macht der zweite Rechner oben. Die Autoren halten fest, dass sich der Ertrag so verlässlich abschätzen lässt. Die reine Multiplikation fällt dabei rund zehn Prozent zu hoch aus.
Dazu passt, dass die Nikotinkonzentration im Aerosol dort ungefähr der im Liquid entsprach. Bezogen auf dieselbe Masse ist im Dampf also weder mehr noch weniger Nikotin als in der Flasche.
Das gilt allerdings nur für moderate Leistung. Eine Messung an einem Sub-Ohm-Gerät bei 25, 50 und 75 Watt fand dasselbe Liquid im Dampf durchweg nikotinärmer als in der Flasche, je nach Einstellung um 13 bis 56 Prozent.40 Der Grund: Propylenglykol siedet deutlich niedriger als Nikotin und Glycerin. Wenn die Luft im Verdampfer gesättigt ist, entweicht bevorzugt das Leichtflüchtige, und Nikotin bleibt anteilig zurück.
Für den Rechner heißt das: Unser Aufnahmeanteil von 75 Prozent stammt aus Messungen an einem Tank bei 9 Watt. Wer mit deutlich mehr Leistung dampft, bekommt aus derselben Menge Liquid vermutlich anteilig weniger Nikotin, als der Rechner annimmt.
Ein Faktor, der in keiner Empfehlung auftaucht: das Verhältnis von Propylenglykol zu Glycerin. Glycerinreiche Liquids liefern bei gleicher Zahl auf der Flasche weniger Nikotin pro Sekunde. Der Grund ist, dass Nikotin nur so schnell verdampfen kann, wie das Lösungsmittel um es herum verdampft, und Propylenglykol verdampft schneller als Glycerin. Wer auf ein VG-lastiges Liquid wechselt, senkt seine Nikotinaufnahme, ohne die Zahl zu ändern.
Als Vergleichsmaßstab wird für die Zigarette mit rund 80 Mikrogramm pro Sekunde gerechnet. Das ist die abgegebene Menge, nicht die, die im Blut ankommt. Dieser Wert stammt aus der Arbeit, die den Begriff Nikotinfluss eingeführt hat, nicht aus der hier zitierten Messung, und wir haben ihn nicht im Volltext geprüft.
Einschränkung: Die „ab etwa 70 Watt" aus der oben genannten Studie sind die Gerätegruppe dieser Untersuchung, keine allgemeine Schwelle. Coilwiderstand, Bauart, Luftzufuhr und die Mischung aus Propylenglykol und Glycerin verändern die Abgabe zusätzlich. Aus der Leistung allein lässt sich keine Nikotinmenge ableiten.
Und zum Schluss eine Parallele, die unangenehm ist. Im ersten Kapitel steht, dass die Nikotinzahl auf der Zigarettenpackung eine Maschine beschreibt und nicht dich. Für E-Zigaretten gilt genau dasselbe.
Das genormte Laborverfahren zieht mit 1100 Millilitern pro Minute. Dieser Wert stammt von der Zigarette. Wer ein leistungsstarkes Gerät benutzt, zieht ein Vielfaches davon. Dieselbe Untersuchung rechnet vor, dass echte Nutzer die zwei- bis dreifache Nikotinmenge dessen bekommen, was bei diesem Normwert gemessen wird.40 Umgekehrt überschätzt das Verfahren die Schadstoffe, weil bei zu wenig Luft die Temperatur im Verdampfer höher liegt.
Und es hört da nicht auf. Als dieselbe Arbeitsgruppe, von der unsere Vergleichswerte für die Zigarette stammen, nachrechnete, wie viel Nikotin pro Zug tatsächlich im Blut ankommt, kamen 50 Mikrogramm heraus. Maschinenstudien sagen für denselben Zug 72 bis 164 voraus. Die Autoren schließen daraus, dass Maschinenstudien die systemische Aufnahme nicht zuverlässig vorhersagen.61
Das Problem ist also nicht die Tabakindustrie. Es ist das Messen selbst. Jedes genormte Verfahren beschreibt eine Maschine, und Menschen benutzen Dinge anders als Maschinen. Das gilt für die Zigarette, für die Abgabe der E-Zigarette und für das, was davon im Blut ankommt.
Freebase oder Nikotinsalz zum Start?
Wir raten zum Start mit Freebase. Vier Gründe, der wichtigste zuerst.
Viele Raucher brauchen weniger Nikotin, als sie denken. Ein großer Teil der Abhängigkeit sitzt im Verhalten, nicht im Stoff: der Griff zur Packung, die Pause, der Ablauf. Wer damit gut zurechtkommt, fährt mit weniger Nikotin nicht schlechter, sondern oft besser, weil im Alltag weniger Suchtdruck entsteht. Das gilt besonders für alle, die morgens nicht sofort zur Zigarette greifen. Freebase in niedrigeren Stärken lässt diesen Weg offen. Ein Salz-Pod mit 20 mg nimmt ihn dir.
Du behältst beide Richtungen offen. Wenn Freebase zu kratzig ist, wechselst du jederzeit auf Salz. Umgekehrt ist es schwerer: Wer mit 20 mg Salz anfängt, hat nach oben nichts mehr und nach unten einen großen Sprung.
Freebase hat feinere Stufen. Es gibt Freebase üblicherweise in 3, 6, 9, 12 und 18 mg/ml. Nikotinsalz meist nur in 10 und 20. Wenn das Verfahren aus schrittweisem Nachjustieren besteht, sind fünf Sprossen auf der Leiter besser als zwei.
Freebase kommt ohne zugesetzte Säuren aus. Ob das gesundheitlich einen Unterschied macht, wissen wir nicht. Es gibt Hinweise aus Zellversuchen, aber keine belastbaren Daten am Menschen.
Dazu die Marktlage, damit du sie einordnen kannst: An Tankstellen und Kiosken bekommst du kaum noch Freebase. Fertige Einsteiger-Pods werden fast nur mit Salz verkauft. Für den Handel ist das einfacher, weil zwei Stärken statt fünf zu führen sind. Aus Studien folgt diese Entwicklung nicht.
HintergrundEin Widerspruch, den wir offenlegen
Beobachtung aus der Beratung. Wir sehen, dass viele Freebase-Starter mit der Zeit bei niedrigeren Stärken landen und von weniger Verlangen im Alltag berichten.
Wir sehen allerdings auch das Gegenteil, und zwar häufig: Jemand reduziert die Nikotinstärke und verbraucht auf einmal deutlich mehr Liquid. Das deckt sich mit der Studienlage, nach der Menschen über Monate auf ihren gewohnten Nikotinspiegel zurückregeln. Details dazu bei der Frage „Ist wenig Nikotin im Liquid gesünder?".
Beides stimmt, und der Unterschied liegt in der Absicht. Erfolgreiches Reduzieren sehen wir im Laden regelmäßig. Aber nicht bei denen, die einfach eine niedrigere Zahl kaufen, sondern bei denen, die es sich vorgenommen haben, die Umstellungsphase aushalten und wissen, dass die ersten Tage unangenehm werden.
Wer die Stärke senkt, ohne das als Vorhaben zu betrachten, gleicht den Unterschied unbewusst über mehr Züge aus. Wer es als Vorhaben angeht, schafft es oft.
Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Freebase und Nikotinsalz?
Es ist dasselbe Nikotin in zwei Zuständen.
Vereinfacht: Nikotin liegt entweder „frei" vor oder „gebunden". Die freie Form reizt den Hals stärker. Gibt man dem Liquid eine Säure zu, kippt das Verhältnis in Richtung gebunden. Das Ergebnis heißt Nikotinsalz und kratzt spürbar weniger.
Wie viel weniger es kratzt, hängt allerdings von der Stärke ab. Bei hohen Konzentrationen ist der Unterschied groß. Bei den in Deutschland üblichen Stärken ist er kleiner, und in einer alltagsnahen Untersuchung bei 12 mg/ml war er gar nicht mehr messbar. Mehr dazu in der Box.
Daraus wurde lange der falsche Schluss gezogen, Salz sei deshalb auch schwächer. Das Gegenteil stimmt: Bei gleicher Zahl auf der Flasche liefert Salz mehr Nikotin ins Blut, nicht weniger.
Das ist der praktisch folgenreichste Punkt in diesem ganzen Thema, deshalb steht er auch bei der nächsten Frage noch einmal.
HintergrundDie Messwerte
Direkt gemessen. Eine unabhängige Studie verglich im selben Gerät drei Liquids bei jeweils zehn genormten Zügen. Weder die Teilnehmer noch die Versuchsleiter wussten dabei, welches Liquid gerade dran war.21
| Liquid | Höchster Nikotinwert im Blut |
|---|---|
| 20 mg/ml Freebase | 3,0 ng/ml |
| 20 mg/ml Nikotinsalz | 5,4 ng/ml |
| 40 mg/ml Nikotinsalz | 12,0 ng/ml |
Salz lieferte bei gleicher Konzentration also rund das 1,8-fache. Die Gesamtmenge über den ganzen Zeitraum lag 46 Prozent höher.
Salz flutet nicht schneller an. Alle drei Varianten erreichten ihren Höchstwert 2 bis 2,5 Minuten nach dem letzten Zug, ohne bedeutsamen Unterschied. Werbeaussagen zur „schnelleren Anflutung" sind durch diese Studie nicht gedeckt.
Ein Einwand, den man dazu hört: Salz erreiche in derselben Zeit einen höheren Wert, also steige die Kurve steiler, also sei es doch schneller. Das ist rechnerisch richtig, beschreibt aber einen Mengeneffekt, keinen Geschwindigkeitseffekt. Wer von irgendeinem Stoff die doppelte Menge nimmt, bekommt zwangsläufig eine steilere Kurve. Die direkte Messung im Gehirn spricht ohnehin dagegen: Dort lag Nikotinsalz beim Zeitpunkt der Spitze 40 Prozent hinter der Zigarette.37
Und wie groß ist der Unterschied beim Kratzen wirklich? Hier gehen die Befunde auseinander, und zwar systematisch nach Konzentration.
Bei durchschnittlich 23,6 mg/ml und genormten Zügen im Labor war der Unterschied deutlich: Salz bekam höhere Bewertungen für Beliebtheit, Süße und Weichheit und niedrigere für Bitterkeit und Schärfe, jeweils klar statistisch abgesichert bei 119 Teilnehmern.48
Bei 12 mg/ml und freiem Dampfen zuhause mit dem eigenen Gerät fand eine niederländische Gruppe an 68 Teilnehmern dagegen keinen bedeutsamen Unterschied, weder bei der Beliebtheit noch bei der Schärfe noch beim Zugverhalten. Die Autoren stellen ihr Ergebnis selbst der Laborstudie gegenüber und erklären die Abweichung mit der niedrigeren Konzentration und dem alltagsnahen Aufbau.49
Eine dritte Linie zeigt in dieselbe Richtung: Beim Vergleich desselben Pod-Systems in der amerikanischen Fassung mit 59 mg/ml und der europäischen mit 20 mg/ml war die US-Version als angenehmer bewertet worden, die EU-Version unterschied sich dagegen nicht von anderen Geräten. Die Autoren schließen, der Vorteil der Salzformulierung beim Nutzererleben zeige sich möglicherweise erst bei hohen Konzentrationen.50
Wie wir das einordnen: Der Unterschied existiert, aber die alltagsnahen Untersuchungen finden ihn bei EU-üblichen Stärken nicht. Eine mögliche Erklärung ist der Aufbau: An unserer Teststation vergleichen Menschen direkt nacheinander, was sehr empfindlich ist. In der niederländischen Studie lagen Tage zwischen den Bedingungen.
Beobachtung aus der Beratung: Über mehr als tausend Vergleiche an unserer Teststation beschreiben Umsteiger Salzliquids überwiegend als weniger kratzig. Nicht ausnahmslos: Einzelne müssen ausgerechnet beim Salz husten und bei Freebase nicht.
Unsere Verkaufszahlen zeigen dasselbe Muster. Bei Freebase ist 6 mg/ml mit Abstand die beliebteste Stärke, bei Salz 20 mg/ml. Wer von Salz auf Freebase wechselt, drittelt fast immer: von 20 auf 6, von 10 auf 3. 18 mg/ml Freebase ist ein Ladenhüter, viele Marken führen es gar nicht erst.
Und unser Testablauf liefert die Grenze recht genau. Wir lassen Kunden bei null Nikotin anfangen, dann 3, dann 6. Bei 12 fangen die meisten an zu husten. Danach winken die meisten ab und sagen, 18 brauchen sie gar nicht erst zu probieren. Wer es doch tut, hustet in neun von zehn Fällen. Getestet wird mit einem Pod-System bei 15 Watt.
Das ist keine Studie, sondern eine Beobachtung, und wir haben ein Interesse an dem Thema. Aber es sind über tausend Fälle unter immer gleichen Bedingungen.
Ein Faktor, den keine dieser Studien erfasst: Nicht jedes Nikotinsalz ist gleich. Welche Säure der Hersteller verwendet, verändert das Gefühl. Die Christen-Studie hat nur Benzoesäure getestet und nennt das selbst als Einschränkung. Was dazu bekannt ist, steht im Abschnitt über die Säuren.
Zur EU-Grenze von 20 mg/ml gibt es zwei Aussagen aus der Forschung. Die Autoren dieser Studie halten fest, dass ein Ersatz für Raucher mit dieser Höchstkonzentration möglicherweise nicht ausreicht.
Grundsätzlicher wird eine andere Arbeitsgruppe: Die 20 mg/ml wurden mit der typischen Nikotinaufnahme beim Rauchen begründet. Die Gruppe um Neal Benowitz schreibt dazu, ihre Daten legten nahe, dass die Annahmen hinter solchen Grenzwerten als Vorhersage der tatsächlichen Nikotinaufnahme nicht gültig seien. Wie viel jemand aufnimmt, hänge von Nikotinform, Aromen, Gerät und Zugverhalten ab und müsse für jedes Produkt einzeln geprüft werden.61
Und zu den eigenen Einschränkungen. Sie führen auf, dass sie nur Salz mit Benzoesäure getestet haben, obwohl kommerzielle Produkte andere Säuren verwenden, dass sie nur ein Aroma benutzt haben, und dass ihr genormtes Zugprotokoll das tatsächliche Nutzungsmuster der meisten Dampfer nicht abbildet.
Unter ihren Stärken nennen sie ausdrücklich die Unabhängigkeit ihrer Forschungsgruppe. In einem Feld, in dem viele Arbeiten von Tabakkonzernen finanziert werden, ist das eine Angabe, die man beachten sollte.
Einschränkung: 20 Teilnehmer, genormtes Zugprotokoll, das echtes Verhalten nicht abbildet.
Warum die naheliegende Erklärung nicht stimmt. Aus der Chemie folgt korrekt, dass gebundenes Nikotin schlechter durch Zellwände kommt. Übersehen wird dabei, wo das Nikotin überhaupt landet. Und an der riesigen Oberfläche der Lunge stellt sich das Verhältnis laufend neu ein, sodass ständig freie Form nachgeliefert wird. Es ist keine Frage der Zellwand, sondern eine Frage der Ablagerung.
20 mg Nikotinsalz sind wie viel Freebase?
Auf diese Frage gibt es keine seriöse Antwort. Wer dir eine Zahl nennt, hat sie erfunden.
Im Handel hört man: „20 mg Salz fühlen sich an wie 6 mg Freebase." Das stimmt für das Gefühl im Hals. Für die Menge stimmt es überhaupt nicht.
Nach den Messwerten liefert 20 mg Salz mehr Nikotin als 20 mg Freebase, also erst recht viel mehr als 6 mg Freebase. Wer die Faustregel als Mengenregel liest, dosiert nach oben, ohne es zu merken.
Der wichtigste Satz zum Thema: Ein Wechsel der Nikotinform ist immer auch ein Wechsel der Menge.
Wenn du von 12 mg Freebase auf 18 mg Salz wechselst, weil es weniger kratzen soll, erhöhst du gleichzeitig deutlich die Nikotinmenge. Das kann genau richtig sein, wenn dir vorher etwas gefehlt hat. Aber du solltest wissen, dass du es tust.
HintergrundWarum es keinen Umrechnungsfaktor gibt
Eine zweite Studie mit 72 Teilnehmern zwischen 21 und 25 Jahren fand ebenfalls deutlich mehr Nikotin bei Salz, aber mit anderen Zahlen als die erste.23
Genau das ist der Grund, warum keine Formel existiert: Wenn zwei sauber gemachte Untersuchungen unterschiedlich große Unterschiede finden, hängt das Ergebnis vom konkreten Produkt, der verwendeten Säure und dem Nutzungsverhalten ab. Eine allgemeine Umrechnung wäre nicht seriös.
Einschränkung der zweiten Studie: Sie verwendete Konzentrationen bis 50 mg/ml, die in der EU nicht zulässig sind, und untersuchte junge Dampfer, keine umsteigenden Raucher.
Bestätigt hat sich das auch im Alltag. Bei 364 Jugendlichen zwischen 16 und 19 unterschied sich die Nikotinbelastung nicht bedeutsam zwischen Produkten über und unter 20 mg/ml. Die Nikotinform machte dagegen sehr wohl einen Unterschied: Wer Salz nutzte, hatte deutlich höhere Werte, 10,78 gegenüber 2,72 nmol/mg Kreatinin.39
Warum „pro Kreatinin"? Die Werte stammen aus dem Urin, und der ist je nach Trinkmenge unterschiedlich stark verdünnt. Deshalb rechnet man sie auf Kreatinin um, einen Stoff, den der Körper gleichmäßig ausscheidet. So lassen sich Messungen zwischen Menschen vergleichen, unabhängig davon, wer wie viel getrunken hat.
Einschränkung: Jugendliche, keine umsteigenden Raucher. Querschnitt, selbstberichtete Produktangaben, kleine Untergruppen von 23 und 29 Personen.
Warum fühlen sich verschiedene Nikotinsalze unterschiedlich an?
Weil „Nikotinsalz" keine einzelne Sache ist.
Um aus Nikotin ein Salz zu machen, braucht es eine Säure. Welche der Hersteller nimmt, steht ihm frei, und es gibt mehrere gebräuchliche: Benzoesäure, Apfelsäure, Milchsäure, Salicylsäure und andere. Jede davon verändert das Gefühl im Hals etwas.
Dazu kommt die Menge. Je weniger Säure zugegeben wird, desto mehr Nikotin bleibt in der Freebase-Form, und desto mehr kratzt es.
Für dich heißt das: Wenn ein Salzliquid anders schmeckt oder sich anders anfühlt als ein anderes mit derselben Zahl auf der Flasche, bildest du dir das wahrscheinlich nicht ein.
Und du kannst es sogar nachschauen. Auf der Flasche steht zwar nicht „Benzoesäure", aber in der Zutatenliste taucht die fertige Verbindung auf: Nikotinbenzoat, Nikotinmalat, Nikotinlactat und so weiter. Steht dort nur „Nikotin", ist es normalerweise Freebase.
Wenn dir also ein Salzliquid besonders lag, lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste. Beim nächsten Kauf hast du dann einen Anhaltspunkt.
HintergrundDie Chemie, die Messwerte und was offen ist
Was beim Mischen passiert. Nikotin ist eine Base. Gibt man eine Säure dazu, gibt diese ein Proton ab, das Nikotin nimmt es auf. Danach liegen zwei geladene Teilchen nebeneinander vor. Sie halten sich gegenseitig, sind aber nicht miteinander verbunden. Die Säure „bindet" nichts an das Nikotin, sie reicht ihm ein Proton. Deshalb heißt es Salz und nicht Verbindung.
Und dieser Zustand ist nicht endgültig. Ein Teil der Nikotinteilchen gibt das Proton auch wieder ab. In der Flasche stellt sich ein Verhältnis ein, bei dem ständig beides gleichzeitig passiert und die Anteile stabil bleiben.
Ändern sich die Bedingungen, verschiebt sich dieses Verhältnis. In der Lunge zum Beispiel wird das freie Nikotin fortlaufend ins Blut abtransportiert. Damit fehlt es auf der einen Seite, und von der anderen wird nachgeliefert. Deshalb bleibt gebundenes Nikotin nicht gebunden, sobald es dort ankommt. Es ist derselbe Wirkstoff, nur in einem Zustand, der sich unterwegs wieder auflöst.
Warum das Mengenverhältnis entscheidet. Bei etwa eins zu eins liegt fast alles Nikotin in geladener Form vor. Bei weniger Säure bleibt ein Teil ungeladen. Genau dieser Anteil bestimmt das Kratzen. Damit lässt sich auch „Hybrid" erklären: In der Praxis ist das meist ein Liquid mit weniger Säure, als für die vollständige Umwandlung nötig wäre.
Zum pH-Wert: Man liest häufig, Salzliquids würden auf neutrale 7 eingestellt. Gemessene Werte liegen meist darunter und schwanken zwischen Produkten. Bei pH 7 wäre außerdem noch rund ein Zehntel des Nikotins in freier Form. Eine allgemeine Zielgröße von genau 7 ist uns nicht belegt bekannt.
Warum die Säure einen Unterschied macht: zwei Kandidaten.
Erstens, die Säuren verdampfen unterschiedlich gut mit. Bei 200 °C werden in einer Herstellerunterlage rund 136 mmHg für Salicylsäure, 149 für Levulinsäure und 172 für Benzoesäure genannt.55 Eine Säure, die schlechter mitverdampft, bleibt eher zurück. Dann geht mehr Nikotin in freier Form ins Aerosol, und es kratzt wieder mehr.
Zweitens, manche Säuren überstehen den Verdampfer, andere nicht. Was in der Lunge ankommt, ist nicht zwangsläufig das, was in der Flasche war.
Belegstärke: Vermutung. Beide Mechanismen sind chemisch stimmig. Eine Untersuchung, die verschiedene Säuren im fertigen Liquid nebeneinander misst und mit dem Empfinden von Nutzern abgleicht, kennen wir nicht.
Benzoesäure und Benzol: die Zahlen. Benzoesäure kann ihre Säuregruppe abspalten, übrig bleibt Benzol, ein anerkannt krebserzeugender Stoff. Eine Arbeitsgruppe hat das nicht nur berechnet, sondern gemessen.56
| Bedingung | Benzol im Aerosol |
|---|---|
| Pod-System mit Benzoesäure-Salz | nicht nachweisbar |
| Tankgerät, reines PG/Glycerin, 6 W | 1,9 µg/m³ bzw. nicht nachweisbar |
| Tankgerät 2 bei 25 W, alle Varianten | bis etwa 100 µg/m³ |
| Tankgerät 1 bei hoher Leistung, mit Benzoesäure und Benzaldehyd | bis 5.000 µg/m³ |
| Tabakzigarette zum Vergleich | etwa 200.000 µg/m³ |
| Normale Außenluft | etwa 1 µg/m³ |
Drei Dinge stehen in diesen Zahlen, die man einzeln selten liest.
Es ist eher ein Leistungsproblem als ein Säureproblem. Benzol entstand auch aus reinem Propylenglykol und Glycerin, ganz ohne Benzoesäure, sobald die Leistung hoch genug war. Der Hauptautor rät Nutzern ausdrücklich, hohe Leistungseinstellungen zu meiden.
Im Pod mit Benzoesäure war nichts nachweisbar. Das ist das Gerät, das dem am nächsten kommt, was die meisten Umsteiger benutzen. Der höchste Wert stammt von einem Tankgerät an der Grenze seines Leistungsbereichs, mit zusätzlich zugesetztem Benzaldehyd.
Selbst der schlechteste Wert liegt weit unter der Zigarette. 5.000 gegen 200.000 ist Faktor 40, der typische Wert unter 100 ist Faktor 2.000. Die Autoren merken aber an, dass normale Außenluft bei 1 µg/m³ liegt und eine Dauerbelastung ab 100 für Menschen, die nie geraucht haben, nicht vernachlässigbar sei.
Apfelsäure: warum sie als weniger hitzestabil gilt. Sie schmilzt bei etwa 130 °C.57 Oberhalb davon spaltet sie Wasser ab, autokatalytisch, weil die geschmolzene Säure die Reaktion selbst antreibt. Es entstehen Maleinsäure und Fumarsäure, bei weiterer Erhitzung Maleinsäureanhydrid, das als Atemwegsreizstoff gilt.
Verdampfer arbeiten typischerweise bei 160 bis 270 °C, bei hoher Leistung darüber. Der Schmelzpunkt liegt also klar im Arbeitsbereich. Benzoesäure schmilzt zum Vergleich bei etwa 122 °C, siedet aber erst bei rund 249 °C und geht dabei unverändert in die Gasphase.
Einschränkung, und sie ist wichtig: Diese Werte gelten für reine Apfelsäure als Feststoff. Im Liquid liegt sie überwiegend als Ion vor, gepaart mit dem Nikotin, gelöst in Propylenglykol und Glycerin. Ob sie sich dort genauso verhält, ist nicht untersucht. Und die Aussage, sie zerfalle bei Betriebstemperatur, stammt zusätzlich aus einer Patentschrift eines Herstellers, dessen eigene Produkte mit Benzoesäure arbeiten.55
Die einzelnen Säuren
| Säure | Wo sie sonst vorkommt | Was bekannt ist |
|---|---|---|
| Benzoesäure | Konservierungsstoff E210 | In Deutschland am weitesten verbreitet. Übersteht den Verdampfer chemisch unverändert. Kann Benzol bilden, gemessen vor allem bei hoher Leistung. |
| Apfelsäure | Säuerungsmittel E296, in Äpfeln | Zwei Säuregruppen. Schmilzt bei etwa 130 °C, spaltet darüber Wasser ab. Was davon im Aerosol ankommt, ist nicht gemessen. |
| Milchsäure | Säuerungsmittel E270, in Sauerkraut und Joghurt | In kommerziellen Produkten verbreitet, unter anderem in mehreren untersuchten Pod-Systemen. |
| Salicylsäure | Verwandt mit dem Aspirin-Wirkstoff, kein Lebensmittelzusatz | Besonders weiches Dampfgefühl. Kann bei stärkerer Erhitzung zu Phenol zerfallen. |
| Weinsäure | Säuerungsmittel E334, in Weintrauben | Zwei Säuregruppen. Selten verwendet. |
| Levulinsäure | Aus Zuckern gewinnbar | Selten in Liquids. Historisch bemerkenswert, weil sie von der Tabakindustrie Zigaretten zugesetzt wurde, um die Nikotinwirkung zu verbessern. |
Der Zielkonflikt, den niemand auflöst. Es gibt keine Säure ohne offene Frage. Eine Säure, die den Verdampfer übersteht, gelangt unverändert in die Atemwege, und dann ist die Frage, was sie dort tut. Eine Säure, die nicht standhält, zerfällt, und dann ist die Frage, in was.
Benzoesäure ist stabil und hat einen gemessenen Weg zu Benzol. Apfelsäure ist ein vertrauter Lebensmittelsäuerer, der im menschlichen Energiestoffwechsel ohnehin vorkommt, gilt aber als weniger hitzestabil. Salicylsäure ist besonders mild und kann zu Phenol zerfallen.
Wer eine dieser Säuren auswählt, entscheidet also nicht zwischen gut und schlecht, sondern zwischen verschiedenen unbeantworteten Fragen.
Und das ist ein weiterer Grund für unsere Freebase-Empfehlung. Bei Freebase stellt sich die Frage gar nicht erst, weil keine Säure zugesetzt wird. Das ist kein Beleg dafür, dass Freebase gesünder wäre, denn den haben wir nicht. Es ist schlicht eine offene Frage weniger.
Was du in jedem Fall beeinflussen kannst, ist die Temperatur. Sie ist die einzige Größe in dieser Rechnung, die in deiner Hand liegt, und sie wirkt bei jeder Säure in dieselbe Richtung.
Was ist Hybrid-Nikotin?
Eine Mischung aus beiden Formen, und mehr lässt sich seriös nicht dazu sagen.
Es gibt für „Hybrid" keine Norm. In der Praxis steckt meist ein Liquid dahinter, dem weniger Säure zugegeben wurde, als für die vollständige Umwandlung nötig wäre. Ein Teil des Nikotins bleibt dann in der Freebase-Form, ein Teil ist gebunden. Deshalb liegt es zwischen beidem.
Wo genau, lässt sich ohne Angabe des Verhältnisses nicht sagen, und diese Angabe steht auf keiner Flasche.
Wenn du Hybrid probieren willst: In der Praxis liegt das Halsgefühl bei den meisten Produkten tatsächlich zwischen Freebase und Salz. Nimm für den Startwert also einen Wert zwischen den beiden Spalten der Tabelle und justier nach.
Nachjustieren
Der Startwert ist ein Startwert. Die passende Stärke findest du durch Beobachten.
Notier ab heute, wie viele Milliliter du am Tag verbrauchst. Das ist die nützlichste Zahl, die du hast, weil sie Zugdauer, Zugzahl und Geräteleistung automatisch zusammenrechnet. Eine Einschränkung: Sobald du das Gerät wechselst, ist der Wert nicht mehr direkt vergleichbar.
| Was du beobachtest | Was wahrscheinlich dahintersteckt | Was du drehst |
|---|---|---|
| Es kratzt beim normalen Zug | Inhalationsgefühl zu stark | Auf Nikotinsalz wechseln, oder Stärke senken und den Unterschied ausgleichen |
| Du bist ständig am Gerät und wirst nicht satt | Menge zu niedrig | Stärke hoch oder Leistung hoch |
| Du willst trotz Dampfen weiter rauchen | Nikotinversorgung prüfen | Stärke, Häufigkeit und Gerät durchgehen |
| Unruhe, Kopfschmerz, flaues Gefühl | Menge zu hoch | Stärke runter, Pausen einbauen |
| Der Verbrauch springt nach einem Wechsel hoch | Der Körper gleicht aus | Abwarten, bis der Verbrauch stabil ist. Meist etwa eine Woche |
Die E-Zigarette kratzt im Hals. Was mache ich?
Es gibt vier Wege, und nur einer davon kostet dich kein Nikotin.
- Auf Nikotinsalz wechseln, bei gleicher oder etwas niedrigerer Zahl. Das ist der einzige dieser vier Wege, der dir kein Nikotin wegnimmt. Er senkt die Nikotinmenge nicht, sondern erhöht sie eher.
- Leistung senken. Weniger Dampf pro Zug heißt weniger Reiz pro Zug. Die Nikotinmenge holst du über längere oder mehr Züge zurück.
- Kürzer ziehen. Dasselbe Prinzip. Längere Züge erzeugen mehr Dampf und kratzen deshalb mehr, nicht weniger. Hier bleibt als Ausgleich nur die Zahl der Züge.
- Stärke senken. Auch das funktioniert, wenn du den Unterschied ausgleichst. Hier hast du alle drei Möglichkeiten: mehr Leistung, längere Züge, mehr Züge.
Drei der vier Wege senken den Reiz pro Zug und damit auch das Nikotin pro Zug. Wer auf dieselbe Menge kommen will, muss die Differenz ausgleichen. Wie, hängt davon ab, woran du gedreht hast: über mehr Leistung, über längere Züge oder über mehr Züge.
Zur Einordnung, unabhängig von jeder Änderung: Gerade bei kleinen Pod-Systemen braucht es ohnehin mehr Züge als bei einer Zigarette, um auf eine vergleichbare Nikotinmenge zu kommen. Die Portion pro Zug ist dort kleiner. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass etwas falsch eingestellt ist.
Wer nicht ausgleicht, bekommt weniger Nikotin als vorher. Für manche ist das unproblematisch, für andere ist es der Grund, warum der Umstieg scheitert.
Was oft empfohlen wird und wenig bringt: die Luftzufuhr weiter öffnen. Das verändert den Throat Hit nur geringfügig.
Ein häufiger Nebengrund: Der Anteil an Propylenglykol im Liquid. Das ist einer der beiden Grundstoffe, und er reizt auch ohne Nikotin. Liquids mit mehr Glycerin sind milder, dafür süßlicher und dampfintensiver.
Ich dampfe und will trotzdem noch rauchen. Was fehlt?
Meistens Nikotin, aber nicht immer.
Prüf zuerst die Versorgung. Ist die Stärke zu niedrig für dein Gerät? Dampfst du oft genug? Ein Umsteiger greift in den ersten Wochen fast immer häufiger zum Gerät, als er vorher Zigaretten geraucht hat. Nicht weil er mehr braucht, sondern weil zwei, drei Züge weniger liefern als eine ganze Zigarette. Mehr dazu weiter unten.
Es kann aber auch etwas anderes sein. Bestimmte Situationen sind über Jahre mit dem Rauchen verknüpft: die Pause vor der Tür, der Kaffee danach, das Bier mit Freunden. Diese Auslöser verschwinden nicht dadurch, dass die Nikotinversorgung stimmt.
Und ein Teil davon ist tatsächlich nicht das Nikotin. Warum, steht weiter unten bei der Frage, warum der Umstieg schwerfällt, obwohl die Stärke stimmt.
Wie lange soll ich warten, bevor ich die Stärke ändere?
Mindestens eine Woche, und besser noch: so lange, bis dein Verbrauch stabil ist. Der Grund ist wichtig, weil sonst eine Spirale entsteht.
Angenommen, du gehst von 12 auf 6 mg runter. Was sofort passiert: Dein Körper merkt, dass pro Zug weniger ankommt, und gleicht das aus. Du ziehst länger, öfter und tiefer, ohne es zu bemerken. Dein Verbrauch verdoppelt sich vielleicht.
Wenn du das am nächsten Tag beurteilst, siehst du jemanden, der ständig am Gerät hängt, und schließt: „6 mg reicht nicht." Möglicherweise stimmt das. Möglicherweise siehst du aber nur die Umstellung.
Deshalb ist der Verbrauch das bessere Kriterium als jede Zahl von Tagen. Notier ihn täglich. Solange er noch steigt, läuft die Umstellung. Erst wenn er sich über mehrere Tage nicht mehr verändert, siehst du, wo du wirklich gelandet bist.
Bei den meisten dauert das etwa eine Woche. Es kann aber auch länger sein, und in einer Untersuchung nahm das Ausgleichsverhalten sogar über fünf Tage hinweg noch weiter zu.
Ein praktischer Zusatz: Wenn du bewusst reduzieren willst, geh eine Stufe tiefer als nötig und lass dich vom Verbrauch bremsen, statt sofort nachzukorrigieren. Wer bei jedem unangenehmen Tag wieder hochdreht, kommt nie an einem stabilen Punkt an.
HintergrundWie lange dieses Ausgleichen dauert
Direkt gemessen. In einer Untersuchung über fünf Tage nahm das Ausgleichsverhalten bei 6 statt 18 mg/ml über mehrere Tage sogar noch zu.14
Die Forschungsgruppe beschreibt das Ergebnis so: Die Teilnehmer betrieben mit dem schwächeren Liquid ausgleichendes Zugverhalten und verdoppelten ihren Verbrauch. Das reichte aus, um Verlangen und Entzugsbeschwerden zu senken. Die Selbstregulierung blieb aber unvollständig, weil die Nikotinwerte im Blut mit dem stärkeren Liquid weiterhin höher lagen.51
Ein Detail, das viele überrascht: Durften die Teilnehmer die Leistung ihres Geräts verstellen, drehten sie beim schwächeren Liquid eher auf, was zu kürzeren Zügen führte, bei gleichbleibender Zugzahl. Der Ausgleich läuft also nicht nur über längeres Ziehen, sondern auch über mehr Watt.51
Das ist der Grund, warum wir keine feste Zahl mehr nennen. Wenn das Ausgleichsverhalten am fünften Tag noch zunimmt, ist es an Tag fünf nicht abgeschlossen. Eine Woche ist die untere Grenze, nicht die Regel.
Einschränkung: Die Untersuchung lief über fünf Tage, deshalb wissen wir nicht, wann das Ausgleichen tatsächlich aufhört. Belegt ist nur, dass es länger dauert, als die meisten annehmen, und dass eine Bewertung nach 24 Stunden deutlich zu früh ist.
Woran merke ich, dass die Stärke passt?
Unsere wichtigste Regel aus zehn Jahren Beratung: Stimm die Stärke so ab, dass das Inhalieren angenehm ist. Nicht zu stark, nicht zu schwach.
Diese Regel hat eine Lücke, und du solltest sie kennen. „Angenehm" ist ein Gefühl, und Gefühle sind bei Nikotin ein schlechtes Messgerät.
Deshalb braucht es einen zweiten Prüfpunkt, und der ist keine Empfindung, sondern eine Beobachtung: Willst du nach ein paar Tagen immer noch zur Zigarette greifen? Wenn ja, stimmt an der Versorgung etwas nicht, egal wie angenehm sich das Dampfen anfühlt.
HintergrundWarum das Gefühl nicht reicht
Direkt gemessen. Erfahrene Dampfer nutzten eine Stunde lang frei ein Liquid, einmal mit 6 und einmal mit 24 mg/ml. Sie bewerteten beides als gleich zufriedenstellend, ohne Unterschiede bei Verlangen oder Entzugssymptomen. Die Nikotinwerte im Blut lagen aber deutlich auseinander.11
Zwei Erkenntnisse daraus. Erstens: Menschen gleichen eine niedrigere Konzentration teilweise aus, aber nur teilweise. Zweitens, und das ist die unangenehmere: Man merkt den Unterschied subjektiv nicht.
Einschränkung: Das waren erfahrene Dampfer in einer einstündigen Laborsitzung. Ob ein Umsteiger in Woche eins genauso ausgleicht, ist nicht untersucht. Der Ausgleich selbst geschieht allerdings unbewusst und ist keine Fertigkeit, die man erst lernen müsste.
Warum es sich anders anfühlt
Warum kickt die E-Zigarette anders als die Zigarette?
Weil das Nikotin anders im Gehirn ankommt. Das ist keine Einbildung, das ist gemessen.
Bei der Zigarette kommt es sehr schnell und in einer scharfen Spitze. Beim Dampfen kommt es später, und bei klassischem Freebase-Liquid auch niedriger. Bei Nikotinsalz ist die Spitze ungefähr so hoch wie bei einer Zigarette, kommt aber ebenfalls später.
Praktisch heißt das: Du kannst richtig dosiert sein und dich trotzdem unbefriedigt fühlen. Das Zufriedenheitssignal beim Rauchen hängt stark an dem schnellen Anstieg, nicht an der Gesamtmenge.
Wer das nicht weiß, dreht an der Stärke und behebt damit das falsche Problem, während das Kratzen unerträglich wird.
Es hat aber auch eine gute Seite. Flachere Spitzen bedeuten flachere Täler. Der Druck, alle vierzig Minuten etwas tun zu müssen, lässt bei vielen deutlich nach.
HintergrundDie Messwerte aus dem Gehirn
Direkt gemessen. 29 Menschen bekamen je einen einzelnen Zug mit markiertem Nikotin, das in einem Scanner sichtbar wird: einmal von einer Zigarette, einmal von einer E-Zigarette mit Freebase. 17 von ihnen zusätzlich mit Nikotinsalz.37
| im Vergleich zur Zigarette | |
|---|---|
| Höhe der Spitze, Freebase | 19 % niedriger |
| Höhe der Spitze, Nikotinsalz | kein bedeutsamer Unterschied |
| Zeit bis zur Spitze, Freebase | 64 % länger |
| Zeit bis zur Spitze, Nikotinsalz | 40 % länger |
Warum die Forscher gerade das messen. Sie stellen ihren Arbeiten einen Satz voran: Wie schnell und wie hoch Nikotin sich im Gehirn anreichert, sei entscheidend für seine akut verstärkende Wirkung. Genau darin unterscheiden sich Zigarette und E-Zigarette, und genau deshalb fühlt es sich anders an.
Eine frühere Untersuchung derselben Gruppe mit 16 Teilnehmern und nur Freebase fand zusätzlich, dass die Nikotinspitze im Gehirn 2,7-mal langsamer wieder abklingt als nach einem Zigarettenzug.19 In einer noch früheren Messung an 17 Dampfern lag die Nikotinanreicherung im Gehirn beim Dampfen rund 30 Prozent niedriger als beim Rauchen, bei Männern 24 Prozent, bei Frauen 32 Prozent.28
Der Mechanismus steht in derselben Arbeit: Beim Dampfen bleibt mehr Nikotin in den Atemwegen hängen. Und je mehr dort blieb, desto niedriger war die Spitze im Gehirn (r = −0,59). Das Nikotin wird also nachgeliefert statt in einem Schwall abgegeben.
Eine Klarstellung, die oft schiefgeht: Diese 2,7-fach längere Zeit betrifft das Abklingen im Gehirn, nicht die Ausscheidung aus dem Körper. Nikotin bleibt nicht länger im Körper. Die Halbwertszeit im Blut liegt bei Freebase und Salz gleichermaßen bei rund 130 Minuten.21
Einschränkungen: Beide Studien arbeiten mit einem einzelnen Zug bei Menschen, die sowohl rauchen als auch dampfen. Also weder realistisches Nutzungsverhalten noch reine Umsteiger. Die Salzgruppe umfasst 17 Personen.
Wie viele Züge entsprechen einer Zigarette?
Das lässt sich nicht umrechnen, und anders als bei den Millilitern hilft hier auch keine Durchschnittstabelle: Züge sind zwischen zwei Menschen nicht vergleichbar, und du weißt nicht einmal, wie lang und wie tief deine eigenen sind.
Eine Zigarette gibt ihre Portion selbst vor. Sie brennt ab, egal ob du noch willst oder nicht. Zehn bis zwölf Züge, dann ist Schluss, weil das Objekt zu Ende ist, nicht weil du fertig bist.
Beim Dampfen fällt diese Vorgabe weg. Die meisten gewöhnen sich innerhalb weniger Wochen ein anderes Muster an: zwei, drei Züge, dann arbeitet man weiter, später beim Lesen wieder ein paar. Wenn man mit Rauchern rausgeht, passt man sich noch der Zigarettenlänge an, aber insgesamt wird der Konsum flexibler.
Das ist übrigens der Grund, warum Umsteiger oft häufiger zum Gerät greifen müssen als sie Zigaretten geraucht haben. Nicht weil sie mehr brauchen, sondern weil die Portionen kleiner sind.
HintergrundWie unterschiedlich Menschen tatsächlich dampfen
Direkt gemessen. 13 Dampfer, 90 Minuten freier Zugang, per Video ausgewertet.22
| Zugdauer | 3,5 Sekunden, Streuung ± 1,4 |
| Abstand zwischen zwei Zügen | 118 Sekunden, Streuung ± 141 |
| Nikotin im verdampften Liquid | 4,0 mg, Streuung ± 3,3, Spanne 0,4 bis 12,0 |
Diese Streuungen sind der eigentliche Befund. Beim Abstand ist sie mit 141 Sekunden größer als der Mittelwert selbst. Es gibt also praktisch keinen typischen Abstand. Und bei der Nikotinmenge lagen die Teilnehmer zwischen 0,4 und 12,0 mg, ein Unterschied um den Faktor 30 in derselben anderthalben Stunde.
Die 4,0 mg sind dabei das Nikotin im verdampften Liquid, nicht das im Blut. Nach dem Anteil weiter oben blieben davon ungefähr 3 mg übrig.
Die Zugmuster: 12 % einzelne Züge, 43 % in Gruppen von 2 bis 5, 28 % in Gruppen von 6 bis 10, 17 % in Gruppen über 10. Der zigarettenähnliche Block von über zehn Zügen ist also die Ausnahme.
Einschränkungen: 13 erfahrene Dampfer, Laborsituation. Jeder benutzte sein eigenes Gerät und sein eigenes Liquid, acht Tanks, drei Selbstwickler, zwei Cigalikes, mit Stärken von 6 bis 24 mg/ml laut Etikett.30 Ein Teil der Streuung geht also auf die Ausrüstung zurück, nicht nur auf die Menschen. Und: Die Daten stammen aus der Zeit vor den heutigen Mesh-Verdampfern. Ältere Heizdrähte brauchten länger, bis sie auf Temperatur waren, was lange Züge begünstigt hat. Die absoluten Zugdauern dürften heute niedriger liegen. Die Streuung ist dagegen eine Aussage über Menschen, nicht über Geräte.
Muss ich fester ziehen als bei der Zigarette?
Nein, im Gegenteil. Zieh nicht fester, zieh länger. Das ist der häufigste Anfängerfehler, und er kommt direkt aus dem Rauchen.
An der Zigarette funktioniert kräftiges Ziehen. Mehr Luft heizt die Glut an, es verbrennt mehr Tabak, es entsteht mehr Rauch. Der Zusammenhang ist steil und verstärkt sich selbst.
Beim Dampfen brennt nichts. Der Verdampfer erzeugt pro Sekunde ungefähr das, was seine Leistung hergibt. Kräftiger ziehen bringt zwar etwas mehr, aber viel weniger, als du erwartest, und der Dampf wird dabei gleichzeitig mit mehr Luft verdünnt. Er fühlt sich also dünner an, obwohl mehr Liquid verbraucht wurde.
Wer wie an einer Zigarette reißt, bekommt oft nur Kondensat im Mundstück.
Für die Zugdauer gilt das Gegenteil, und das ist nachgerechnet: Ein Zug von vier Sekunden liefert mehr Nikotin als zwei Züge von zwei Sekunden.29 Der Verdampfer braucht nach dem Einschalten einen Moment, bis er auf Temperatur ist. Ein langer Zug verbringt deshalb mehr Zeit in der ergiebigen Phase, zwei kurze fangen zweimal von vorn an.
Der britische Leitfaden für Rauchstopp-Beratung rät Menschen, die neu anfangen, ausdrücklich dasselbe: sanft ziehen, den Dampf erst in den Mund nehmen, dann in die Lunge einatmen. Und er fügt hinzu, dass das Übung braucht und man sich davon nicht abschrecken lassen soll.20
HintergrundWas zum Luftdurchsatz gemessen wurde
Wie stark du ziehst, ändert die Nikotinmenge kaum. Das ist gemessen und zusätzlich physikalisch durchgerechnet: Über 100 Prüfbedingungen an einem Tankverdampfer hatte die Ziehgeschwindigkeit keinen Einfluss auf den Nikotinfluss.29
Der Grund sind zwei Effekte, die sich aufheben. Schnellerer Luftstrom transportiert den Dampf schneller von der Watte weg, was das Nachverdampfen beschleunigt. Gleichzeitig kühlt er den Verdampfer, was es bremst. Die Autoren rechnen beides durch und kommen auf einen Nulleffekt, und zwar ausdrücklich auf die Verdampfungsrate der Flüssigkeit, nicht nur auf das Nikotin.
Das Aerosol wird dabei trotzdem dünner, weil dieselbe Dampfmenge auf mehr Luft verteilt wird. Es fühlt sich also schwächer an, ohne dass weniger ankommt.
Bei leistungsstarken Geräten gilt das nicht mehr. Eine zweite Messung, an einem Sub-Ohm-Verdampfer bei 25, 50 und 75 Watt, fand einen deutlichen Einfluss des Durchsatzes: Von 1100 auf 6000 Milliliter pro Minute stieg die Nikotinausbeute pro Zug um 82 Prozent bei 25 Watt und um 152 Prozent bei 75 Watt.40 Leistung, Durchsatz und ihr Zusammenspiel waren alle drei statistisch bedeutsam.
Beide Befunde passen zusammen, und die Erklärung ist dieselbe wie oben. Bei wenig Leistung entsteht so wenig Dampf, dass die Luft ihn ohne Weiteres aufnimmt. Dann ändert mehr Luft nichts. Bei viel Leistung ist die Luft gesättigt, ein Teil des Dampfes schlägt sich wieder im Verdampfer nieder und landet zurück auf der Watte. Mehr Luft trägt ihn schneller weg, bevor das passiert. Genau diesen Rückschlag beziffert die erste Arbeit übrigens auch: Etwa die Hälfte dessen, was verdampft, verlässt das Mundstück gar nicht.29
Praktisch heißt das: Bei einem Mundzug-Gerät ist es egal, wie kräftig du ziehst. Bei einem Sub-Ohm-Gerät nicht.
Belegstärke: Beide Arbeiten liegen im Volltext vor, beide sind maschinell gemessen, beide geben keine Interessenkonflikte an. Was fehlt, ist eine Messung, die denselben Verdampfer über den ganzen Leistungsbereich durchfährt. Die Grenze, ab der der Durchsatz zu wirken beginnt, kennen wir deshalb nicht.
Entscheidend ist die Größenordnung: Die Aerosolmasse steigt mit der Temperatur exponentiell, mit dem Luftdurchsatz dagegen nur flach und mit Sättigung nach oben.42
Dazu kommen praktische Grenzen nach unten und nach oben.43
Nach unten: Geräte mit Zugautomatik, also fast alle Pods, brauchen einen Mindestdurchsatz, sonst lösen sie gar nicht erst aus.
Nach oben: Wer zu kräftig zieht, saugt Liquid an, statt es zu verdampfen. Das Gerät blubbert dann und sifft.
Und bei der Zugdauer liegt die elektronische Abschaltung meist bei zehn Sekunden. So lange zieht praktisch niemand. Die eigentliche Grenze ist eine andere und rein anatomisch: Beim Backendampfen erzeugst du den Zug mit dem Mundraum. Während Dampf hineinströmt, baut sich der Unterdruck ab, bis nichts mehr nachkommt. Wie lange du ziehen kannst, entscheiden also deine Backen, nicht die Elektronik.
Belegstärke: Vermutung. Der Mechanismus ist physikalisch stimmig und deckt sich mit dem, was wir im Laden beobachten, gemessen haben wir ihn nicht.
Warum der Widerstand allein wenig sagt. Er bestimmt, wie viel Leistung bei gegebener Spannung fließt. Er bestimmt aber nicht, wie viel Material diese Leistung aufheizen muss.
Und genau daran hängt die Temperatur: Die Leistung muss das gesamte Coil-Material erwärmen, und über dessen Oberfläche geht Wärme wieder ab. Mehr Material und mehr Oberfläche bei gleicher Leistung bedeutet also eine niedrigere Temperatur.
Zwei Beispiele mit demselben Effekt auf den Widerstand und entgegengesetztem Effekt auf die Temperatur:
- Dickerer Draht: Der Widerstand sinkt, es fließt mehr Leistung. Gleichzeitig gibt es mehr Material und mehr Oberfläche. Die Temperatur kann dabei sogar sinken.
- Kürzerer Draht bei gleicher Dicke: Der Widerstand sinkt ebenfalls, es fließt ebenfalls mehr Leistung. Aber es gibt weniger Material und weniger Oberfläche. Der Draht wird deutlich heißer.
Bei einer bestimmten Leistung entscheidet also die Geometrie über die Temperatur, nicht der Widerstand. Deshalb sind zwei Coils mit demselben Widerstand nicht automatisch vergleichbar. Ein Pod mit 1,0 Ohm kann sich völlig anders verhalten als ein anderer mit 1,0 Ohm.
Eine Untersuchung hat die Coils dafür zerlegt: Der 1,4-Ohm-Coil war ein gewöhnlicher Draht, die 0,6- und 0,9-Ohm-Coils waren Mesh-Streifen. Die 0,9-Ohm-Variante hatte durch eine dichter vernetzte Anordnung die mit Abstand größte Oberfläche, und entsprechend war der Liquidverbrauch dort höher als bei 0,6 Ohm, obwohl der Widerstand größer war.58
Einschränkung: Die Ohm-Werte in unserer Empfehlung sind Erfahrungswerte, keine Studienempfehlung. Sie funktionieren, weil Hersteller innerhalb einer Coil-Reihe die Bauart mit dem Widerstand mitverändern. Zwischen verschiedenen Herstellern gilt das nicht zwangsläufig.
Weiterdenken: dein Ziel, deine Sicherheit
Für uns hört das Thema nicht auf, wenn jemand umgestiegen ist. Der Fachbegriff dafür ist Harm Reduction, also Schadensminderung: Wenn sich etwas nicht ganz vermeiden lässt, sorgt man dafür, dass es so wenig Schaden anrichtet wie möglich.
Praktisch heißt das dreierlei. Erstens: Dein Ziel bestimmst du. Vollständig umsteigen, nur reduzieren oder irgendwann ganz aufhören sind alle drei in Ordnung, und wir bewerten das nicht. Zweitens: Welches Ziel du hast, verändert die richtige Antwort auf die Stärkefrage. Und drittens: Auch nach dem Umstieg gibt es noch Dinge, die man besser oder schlechter machen kann.
Die folgenden Fragen behandeln genau das.
Ist wenig Nikotin im Liquid gesünder?
Nicht unbedingt, und das überrascht die meisten.
Erster Grund: Wer zu wenig bekommt, raucht nebenher weiter. Und der Gesundheitsgewinn kommt überwiegend erst beim vollständigen Umstieg.
Zweiter Grund, der weniger bekannt ist: Wer zu niedrig dosiert, dampft mehr. Und mehr Dampf heißt mehr von den Stoffen, die beim Erhitzen entstehen.
Beim Erhitzen von Propylenglykol und Glycerin, den beiden Grundstoffen im Liquid, bilden sich in kleinen Mengen Stoffe wie Formaldehyd und Acetaldehyd. Fachleute nennen sie Carbonyle. Wer doppelt so viel Liquid durchzieht, atmet auch ungefähr doppelt so viel davon ein.
HintergrundDie Zahlen dahinter
Direkt gemessen, kurzfristig. Bei 6 gegenüber 24 mg/ml stiegen Verbrauch, Zugzahl und Zugdauer bedeutsam an. Der Ausgleich war aber unvollständig: Die Blutwerte blieben bei der stärkeren Variante deutlich höher.11
Direkt gemessen, langfristig. Über Monate wird der Ausgleich vollständiger:
| Untersuchung | Stärke | Verbrauch | Aufgenommenes Nikotin |
|---|---|---|---|
| 98 Dampfer, 8 Monate31 | 11 → 6 mg/ml | 80 → 100 ml/Monat | unverändert |
| 27 Dampfer, 12 Monate32 | 13,8 → 9,9 mg/ml | 4,4 → 6,8 ml/Tag | unverändert |
In beiden Fällen sank die Stärke deutlich, der Verbrauch stieg, und die tatsächliche Nikotinaufnahme blieb gleich.
Zu den Carbonylen. In einer Untersuchung mit 19 erfahrenen Dampfern, die zwischen 18 und 6 mg/ml wechselten, war die Tagesbelastung mit Formaldehyd und Acetaldehyd bei der niedrigeren Stärke höher, und zwar unabhängig davon, ob die Geräteleistung fest eingestellt oder anpassbar war. Dieselbe Arbeit rechnet daraus einen etwa doppelt so hohen rechnerischen Krebswert.25
Einschränkung, und sie ist entscheidend: Dieser Wert ist eine Rechnung, kein beobachtetes Ergebnis. Die Zugprofile stammen von echten Menschen, das Aerosol wurde damit aber maschinell erzeugt. Und die Rechnung bezieht sich auf eine Ausgangsbasis weit unterhalb des Rauchens. Eine Verdopplung von sehr wenig ist immer noch sehr wenig.
Zweite Einschränkung: Die Carbonylmessung und die Krebsrechnung stammen aus derselben Untersuchung mit denselben 19 Personen, veröffentlicht über zwei Arbeiten derselben Gruppe. Das sind nicht zwei unabhängige Befunde, sondern einer.
Ein Vorbehalt, der oft untergeht: pro Masse ist nicht dasselbe wie insgesamt. Eine Arbeit verglich Coils mit verschiedenen Widerständen. Bei den klassischen Hitze-Carbonylen wie Formaldehyd und Acetaldehyd lagen die Werte pro Aerosolmasse dort höher, wo der Widerstand höher war, obwohl der Coil an dieser Stelle kühler lief. Eine zweite Stoffgruppe verhielt sich genau umgekehrt. Das Fazit der Autoren: Sub-Ohm-Coils erzeugen nicht zwangsläufig höhere Carbonylwerte, auch wenn sie mehr Aerosol produzieren.59
Ältere Arbeiten fanden das Gegenteil. Die Lage ist also uneinheitlich.
Ein weiterer Faktor, der dabei selten genannt wird, ist der Luftdurchsatz. Mehr Luft kühlt die Coil, und mit der Temperatur verschiebt sich, welche Carbonyle überhaupt entstehen.41 Für die Nikotinmenge ist der Durchsatz nach heutigem Stand belanglos, für das Schadstoffprofil offenbar nicht. Diese Arbeit haben wir nicht im Volltext geprüft.
Was die Forschungsgruppe daraus für die Regulierung folgert. Sie schreiben, die Deckelung auf 20 mg/ml könne die unbeabsichtigte Folge haben, dass Menschen zu schwächeren Liquids greifen und dadurch über intensiveres Ziehen stärker Carbonylen ausgesetzt sind. Ob eine Begrenzung auf 20 mg/ml den gewünschten Effekt der Schadensminimierung habe, halten sie deshalb für offen. Sie merken selbst an, dass ihre Untersuchung an einer größeren Stichprobe außerhalb des Labors wiederholt werden müsste.52
Für die Gesamtbelastung ändert das wenig. Selbst wenn ein leistungsstarker Verdampfer pro Milligramm Aerosol sauberer arbeitet, atmet der Nutzer ein Vielfaches an Masse ein. Was zählt, ist das Produkt aus beidem. Unser Argument oben stützt sich auf die Gesamtmenge, nicht auf den Wert pro Masse.
Zum Dualkonsum. In einer Untersuchung an 181 Personen hatten reine Dampfer deutlich niedrigere Werte des Krebsmarkers NNAL als alle anderen Gruppen, während reine Raucher und beide Gruppen von Mischkonsumenten näher beieinander lagen.24 Das ist eine Momentaufnahme, kein Beweis. Die naheliegendste Erklärung ist, dass Mischkonsumenten immer noch erheblich rauchen. Ob Rauchen und Dampfen zusammen zusätzlich ungünstig wirken, ist offen.
Warum fällt der Umstieg schwer, obwohl die Stärke stimmt?
Weil ein Teil dessen, was an der Zigarette hält, wahrscheinlich gar nicht das Nikotin ist.
Erinnerst du dich an die Zusatzstoffe in der Marlboro? Rund 30 Milligramm Zucker pro Zigarette. Beim Verbrennen von Zucker entsteht Acetaldehyd, einer der mengenmäßig größten Bestandteile des Rauchs. Und der steht im Verdacht, die Wirkung von Nikotin zu verstärken.
Vereinfacht gesagt: Nikotin drückt aufs Gaspedal. Bestimmte Stoffe aus dem Rauch lösen gleichzeitig ein Stück weit die Bremse, indem sie den Abbau von Botenstoffen im Gehirn verlangsamen.
Das ist eine ernstzunehmende Vermutung, kein Beweis. Die Tierversuche dazu widersprechen sich.
Was du trotzdem daraus mitnehmen kannst: Wenn der Umstieg schwerfällt, obwohl deine Stärke stimmt, liegt das nicht an dir und heißt auch nicht automatisch, dass du mehr Nikotin brauchst. Es fehlt möglicherweise etwas, das dein Liquid gar nicht liefern kann und auch nicht liefern soll.
HintergrundDer Stand der Forschung dazu
Direkt gemessen. Beim Verbrennen entsteht aus Acetaldehyd im Körper eine Stoffgruppe namens Beta-Carboline, vor allem Harman. Harman hemmt ein Enzym namens MAO, das normalerweise Botenstoffe wie Dopamin abbaut. Die Harman-Werte im Blut von Rauchern liegen 2- bis 10-fach höher als bei Nichtrauchern, und Harman gelangt ins Gehirn.6
Bis hierher ist die Kette belegt. Die entscheidende Frage ist die nächste, und da wird es unübersichtlich. Hier, was dafür und was dagegen spricht:
Dafür: Acetaldehyd erhöhte die Nikotin-Selbstverabreichung bei Ratten, allerdings nur bei jugendlichen und nicht bei erwachsenen Tieren.7 In einer weiteren Arbeit verstärkte Harman die Nikotinwirkung genau in der Dosis, die dem Rauchen entspricht, nicht aber bei zehnfach höherer oder niedrigerer.9
Dagegen: Eine Arbeit gab erwachsenen Ratten die volle Mischung aus fünf Nebenalkaloiden, zwei Beta-Carbolinen und Acetaldehyd, jeweils in den Konzentrationen des echten Zigarettenrauchs. Ergebnis: kein bedeutsamer Effekt. Nur ein echtes MAO-Hemmer-Medikament wirkte.8
Einschränkung: Alles Tiermodelle. Beim Menschen ist der Anteil dieser Stoffe an der Abhängigkeit nicht beziffert.
Und Nagetiere sind hier ein besonders wackliger Stellvertreter. Sie verstoffwechseln Nikotin über andere Enzyme als der Mensch. Beim Menschen macht das die Leber überwiegend über ein Enzym namens CYP2A6. Bei Mäusen übernimmt ein verwandtes Enzym, das dieselbe Aufgabe aber deutlich schneller erledigt. Bei Ratten arbeitet sogar eine ganz andere Enzymfamilie.60
Nikotin verhält sich im Rattenkörper also anders als im menschlichen, und Effekte, die man bei Nagetieren beobachtet, treten beim Menschen nicht zwangsläufig auf. Affen wären das bessere Modell, weil ihr Nikotinstoffwechsel dem menschlichen stark ähnelt, aber solche Studien sind selten.
Das betrifft nicht nur diesen Abschnitt. Überall in diesem Artikel, wo Tierversuche vorkommen, gilt derselbe Vorbehalt.
Macht Nikotin allein süchtig?
Die ehrliche Antwort: Es wirkt, aber schwächer als die meisten denken. Und sein größerer Beitrag besteht darin, andere Dinge belohnender zu machen.
Das ist der Teil, den kaum jemand kennt, und er erklärt einiges.
Der Griff zur Packung, das Anzünden, die Pause vor der Tür, der erste Zug nach dem Essen: Das sind keine harmlosen Gewohnheiten, die zufällig neben der Substanz herlaufen. Das Nikotin hebt ihren Wert an. Es ist kein Zuschauer neben dem Ritual, es macht das Ritual wertvoller.
Deshalb greift auch der Vergleich mit Fingernägelkauen zu kurz. Beim Nägelkauen gibt es keinen Stoff, der das Kauen belohnender macht.
Wichtig dabei: Der Effekt hebt nicht alles gleichmäßig an. Die Arbeitsgruppe hat geprüft, ob er vom Belohnungswert des jeweiligen Reizes abhängt, und das war so. Was ohnehin schon angenehm ist, wird stärker angehoben als etwas Neutrales.16 Ein süßes, intensives Aroma ist damit ein stärkerer Kandidat für diese Anhebung als ein schlichtes.
Deshalb raten wir eher zu dezenten Liquids. Und wir weisen unsere Kunden darauf hin, dass man auch ganz ohne Aroma dampfen kann. Für erstaunlich viele ist das ein gangbarer Weg, obwohl es zunächst niemand für möglich hält.
Persönlich: Ich dampfe selbst zeitweise aromafrei, zum Beispiel am Schreibtisch. Dort bekomme ich den Geschmack ohnehin kaum mit, weil ich mich auf die Arbeit konzentriere.
Was du daraus mitnehmen kannst: Wenn du das Nikotin behältst und alles andere änderst, änderst du sehr viel. Und wenn du irgendwann auch das Dampfen loswerden willst, ist der Weg über weniger Sensorik nachvollziehbar begründet: schlichtere Aromen, weniger Süße.
HintergrundWie man so etwas überhaupt untersucht
In Selbstverabreichungs-Versuchen kann ein Mensch oder ein Tier durch eine Handlung, etwa das Ziehen an einem Hebel, eine Dosis auslösen. Wer dafür arbeitet, für den ist der Stoff ein Verstärker. Wie viel Arbeit jemand auf sich nimmt, misst, wie stark der Verstärker ist. Der Vorteil: kein Ritual, kein Geschmack, kein Rauch. Nur der Stoff.
Direkt gemessen, Mensch. Acht Raucher konnten in dreistündigen Sitzungen zwischen Nikotin über die Vene und Kochsalzlösung wählen, ohne zu wissen, welcher Hebel was gibt. Sie wählten bedeutsam häufiger Nikotin. Und sie passten ihr Verhalten so an, dass die Menge pro Sitzung ungefähr gleich blieb, auch als die Forscher die nötige Zahl der Hebelzüge stark erhöhten.15 Dieselbe Selbstregulation, die du beim Liquidverbrauch siehst.
Eine Nachfolgestudie mit zehn Teilnehmern verwendete Dosen von 0,1 bis 0,7 mg. Die niedrigste entspricht etwa einem halben Zigarettenzug.34 Bei Totenkopfäffchen hielt Nikotin über lange Zeit hohe Arbeitsraten aufrecht.35
Aber der Effekt ist schwach. In Tierstudien ohne begleitende Licht- oder Tonreize wird die Selbstverabreichung zwar erlernt, aber mit niedrigen Raten und nur in einem engen Dosisbereich.36
Die Arbeitsgruppe, die dieses Modell entwickelt hat, formuliert es deutlicher, als wir es getan hätten: Nikotin sei ein mäßiges Stimulans mit schwachen und unzuverlässigen verstärkenden Eigenschaften. Seine Rolle bei der Tabakabhängigkeit sei unbestreitbar, aber nicht so geradlinig wie bei anderen Suchtstoffen.53
Ihre Grundthese beschreiben sie so: Nikotin habe zwei Wirkungen auf Verstärkung. Es erhöhe die Wahrscheinlichkeit von Handlungen, die Nikotin einbringen, und es steigere den scheinbaren Belohnungswert von Reizen, die mit Nikotin nichts zu tun haben.53
Eine Einschränkung aus derselben Forschungsrichtung: Bei Rauchern, die nicht abhängig waren, ließ sich der verstärkende Effekt nicht nachweisen. Getestet wurde mit Nikotin-Nasenspray in zwei Dosierungen und mit Zigaretten unterschiedlicher Stärke.54
Der zweite Effekt ist der stärkere. Bei Ratten steigerte Nikotin die Arbeitsleistung für einen reinen Lichtreiz, und beide zusammen wirkten stärker als jedes für sich.16 Beim Menschen erhöht Nikotin die Bereitschaft, dafür zu arbeiten, Musik hören zu dürfen, und verstärkt sinnliche Belohnungen stärker als eine Geldbelohnung.17
Offen: Ob reines Nikotin bei zuvor nicht abhängigen Menschen Abhängigkeit auslöst. Alle Humanstudien wurden an Rauchern durchgeführt, die schon abhängig waren. Eine Studie an nikotinunerfahrenen Menschen wird es aus ethischen Gründen nicht geben.
Umstritten: Ob die Humanstudien überhaupt Selbstverabreichung im strengen Sinn belegen. Zu beiden Arbeiten wurden formale Erwiderungen von Fachkollegen veröffentlicht.18 Wer behauptet, reines Nikotin mache nicht süchtig, hat es sich zu einfach gemacht. Wer behauptet, das sei eindeutig geklärt, allerdings auch.
Ich will das Nikotin später ganz weglassen. Wie fange ich an?
Nicht mit einer niedrigen Stärke. Das ist der naheliegende Reflex und der ungünstigste Start, weil der Rückfall zur Zigarette dann wahrscheinlicher wird als der Ausstieg gelingt.
Sinnvoller ist die Reihenfolge: erst stabil umsteigen, dann in Ruhe reduzieren. Dafür ist Freebase mit seinen feineren Stufen praktischer als Salz.
Wer den Genussfaktor bewusst niedrig hält, also schlichte oder gar keine Aromen wählt, macht sich den späteren Ausstieg vermutlich leichter. Das folgt aus dem Verstärker-Effekt oben. Direkt untersucht ist es nicht.
Und wenn ich gar kein Nikotin will?
Das funktioniert für manche gut, vor allem für Gelegenheitsraucher und für Menschen, denen das Ritual wichtiger war als die Wirkung.
Der Grund ist allerdings nicht, dass sie „ohnehin wenig Nikotin konsumiert haben". Das lässt sich, wie oben gezeigt, aus der Marke nicht ableiten. Der Grund ist, dass sie den Ablauf ersetzen wollen und nicht die Substanz.
Hilft der Umstieg überhaupt?
Ja, und das ist inzwischen gut abgesichert.
Die jüngste Zusammenfassung der Studienlage von Ende August 2026 wertete 80 Studien mit fast 30.000 Teilnehmern aus. Sie fand Belege hoher Sicherheit, dass nikotinhaltige E-Zigaretten zu höheren Ausstiegsquoten führen als Pflaster oder Kaugummi.38
Konkret: Wer nach mindestens sechs Monaten noch rauchfrei war, kam mit E-Zigarette etwa 1,6-mal so häufig vor wie mit Nikotinersatz. In absoluten Zahlen sind das rund vier zusätzliche Erfolge pro 100 Personen.
HintergrundDie Zahlen
Direkt gemessen, in der maßgeblichen systematischen Übersichtsarbeit, veröffentlicht am 26. August 2026. 80 randomisierte Studien mit 29.861 Teilnehmern, davon neun neu hinzugekommen.38
Der Vergleich mit Nikotinersatz stützt sich auf 11 Studien mit 4.114 Teilnehmern. Das Verhältnis der Erfolgsquoten lag bei 1,61, der Vertrauensbereich reicht von 1,23 bis 2,12. In absoluten Zahlen: vier zusätzliche Erfolge pro 100, wobei der Bereich von einem bis sieben reicht. Bewertet als Evidenz hoher Sicherheit, die oberste Stufe.
Zur Einordnung der Größenordnung: In einer früheren Fassung formulierte die Redaktion es so, dass von 100 Personen etwa sechs mit Nikotinersatz aufhören und acht bis zwölf mit einer nikotinhaltigen E-Zigarette.
Ein zweiter Vergleich isoliert das Nikotin. Nikotinhaltige gegen nikotinfreie E-Zigaretten: Verhältnis 1,34, also etwa zwei zusätzliche Erfolge pro 100. Das ist der Beleg dafür, dass die Wirkung nicht allein am Ritual hängt.
Zur Frage nach der Begleitung: Diese Zahlen stammen aus randomisierten Studien, in denen beide Gruppen innerhalb derselben Untersuchung verglichen wurden. Was an Beratung oder Begleitung angeboten wurde, galt also für beide Seiten gleichermaßen. Der Unterschied geht damit auf das Produkt zurück, nicht auf ein zusätzliches Programm. Die Übersichtsarbeit führt den Vergleich gegen reine Verhaltensberatung als eigene Auswertung.
Einschränkungen: Von den eingeschlossenen Studien stuften die Autoren 12 als methodisch gut ein, 41 als mit hohem Verzerrungsrisiko behaftet, der Rest blieb unklar. Bei den nicht schwerwiegenden Nebenwirkungen gab es Hinweise auf leicht häufigeres Auftreten mit E-Zigarette, allerdings mit sehr niedriger Belegstärke. Und die Autoren weisen weiterhin auf begrenzte Daten zur Nutzung über mehr als zwei Jahre hin.
Kurzfassung
- Deine alte Zigarettenmarke sagt wenig über deinen Nikotinbedarf. Sie sagt etwas darüber, wie kräftig sich ein Zug anfühlen soll.
- Die Zahl auf der Flasche ist eine Konzentration, keine Menge. Deine Menge ist Konzentration mal Verbrauch.
- Die Leistung deines Geräts entscheidet mit. Dieselbe Zahl bedeutet bei 10 und bei 40 Watt etwas völlig anderes.
- Nikotinmenge und Inhalationsgefühl lassen sich getrennt einstellen. Gegen das Kratzen hilft ein Wechsel auf Nikotinsalz, ohne dass du Nikotin verlierst. Weniger Stärke oder weniger Leistung helfen auch, kosten aber Nikotin pro Zug.
- Fang mit Freebase an. Wenn es nicht ausreicht oder zu kratzig ist, nimm Nikotinsalz.
- Nikotinsalz liefert bei gleicher Zahl mehr, nicht weniger. Ein Formwechsel ist immer auch ein Mengenwechsel.
- Notier deinen Verbrauch in Millilitern. Er ist dein Frühwarnsignal.
- Nach einer Änderung abwarten, bis dein Verbrauch stabil ist. Meist etwa eine Woche, manchmal länger.
- Wenn der Umstieg schwerfällt, obwohl die Stärke stimmt, liegt das nicht an dir.
Zum Weiterlesen: Methodik und Grenzen
Dieser Teil richtet sich an alle, die wissen wollen, wie wir arbeiten und wo die Grenzen des heutigen Wissens liegen.
Wie dieser Artikel entstanden ist
Ich habe ihn zusammen mit einem KI-Modell geschrieben und zwei weitere Modelle zur zusätzlichen Recherche sowie für Prüfung und Kritik genutzt, über mehrere Wochen im Wechsel.
Von mir kommen die Struktur, die Startwerte aus der Beratung und die Entscheidung, was am Ende drinsteht. Die Studien, auf die es ankommt, habe ich mir selbst besorgt und gelesen. Formuliert hat überwiegend das Modell, es hat die Quellen im Volltext gegengelesen und die Rechnungen gemacht.
Das heißt nicht, dass hier keine Fehler stehen. Es heißt, dass wir sie gesucht haben und dass wir sagen, wo wir unsicher sind. Wie belastbar eine einzelne Aussage ist, steht unter Wie wir Aussagen kennzeichnen. Wo die Datenlage dünn ist, steht unter Was wir nicht wissen.
Die Verantwortung für jeden Satz liegt bei mir.
Wie wir Aussagen kennzeichnen
In den aufklappbaren Kästen steht bei jeder Aussage, worauf sie beruht.
| Kennzeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| Direkt gemessen | Kontrollierte Studie mit direkter Messung |
| Gestützt | Indirekt erschlossen, berechnet oder kleine Teilnehmerzahl |
| Vermutung | Plausibel und nachvollziehbar, aber nicht überprüft |
| Beobachtung aus der Beratung | Unsere Erfahrung. Keine Wissenschaft, aber zehn Jahre Daten |
Kleines Wörterbuch
| Begriff | Was gemeint ist |
|---|---|
| Cotinin | Ein Abbauprodukt des Nikotins. Es bleibt viel länger messbar als Nikotin selbst und zeigt deshalb, wie viel jemand über den Tag aufgenommen hat. |
| Freebase | Das klassische Liquid. Kratzt bei gleicher Zahl stärker im Hals. |
| Nikotinsalz | Liquid mit zugesetzter Säure. Kratzt weniger, liefert bei gleicher Zahl aber mehr Nikotin. |
| MTL | mouth to lung, „Mund zur Lunge". Du ziehst den Dampf erst in den Mund und atmest ihn dann ein, so wie bei einer Zigarette. Enger Zug. |
| RDL | restricted direct lung, „gebremst direkt zur Lunge". Du ziehst direkt in die Lunge, aber gegen einen spürbaren Widerstand. |
| DL | direct to lung, „direkt zur Lunge". Du ziehst fast widerstandslos durch, wie beim tiefen Luftholen. |
| Throat Hit | Das leicht kratzige Druckgefühl im Hals beim Inhalieren. |
| Kompensation | Wenn pro Zug weniger ankommt, zieht man automatisch länger, tiefer und öfter. |
| Carbonyle | Stoffe wie Formaldehyd und Acetaldehyd, die beim Erhitzen des Liquids in kleinen Mengen entstehen. |
| Streuung (±) | Wie weit die Einzelwerte um den Mittelwert schwanken. Eine Streuung größer als der Mittelwert heißt: Es gibt keinen typischen Wert. |
| ng/ml | Nanogramm pro Milliliter, also Milliardstel Gramm pro Milliliter Blut. Nach einer Zigarette wurden im Mittel 17,9 ng/ml gemessen.63 |
Ein Lehrstück: wie aus sauberer Arbeit falsches Wissen wird
Diesen Fall führen wir ausführlich, weil er auch etwas über diesen Artikel aussagt.
Die Vermutung. Der Grazer Pharmakologe Prof. Bernd Mayer erklärte in einer Videoreihe, dass Backendampfer wahrscheinlich einen großen Teil des Nikotins über die Mundschleimhaut aufnehmen. Das könnte erklären, warum die Wirkung beim Dampfen in Studien langsamer einsetzt als beim Rauchen. Er kennzeichnete das dreimal ausdrücklich als Vermutung und schlug sogar vor, wie man es prüfen könnte.
Was daraus wurde. Die Aussage ist als Tatsache in den deutschsprachigen Dampfer-Diskurs eingewandert. Wir haben sie selbst jahrelang so weitergegeben. Aus „das könnte so sein" wurde „das ist so", ohne dass jemand etwas dazugemessen hätte.
Was inzwischen bekannt ist. Die Ablagerung in Mund und oberen Atemwegen ist real, betrifft aber vor allem Freebase. Freebase-Nikotin ist flüchtiger, verlässt das Tröpfchen früher und schlägt sich deshalb weiter oben nieder. In einer Bildgebungsstudie landeten von beiden Formen 31 bis 36 Prozent innerhalb von 15 bis 35 Sekunden in der Lunge, wobei Freebase höhere Werte in den oberen Atemwegen zeigte.27
Und ein wichtiger Zwischenschritt fehlt in der populären Version. Ablagerung ist nicht dasselbe wie Aufnahme. Was sich in Mund und Rachen niederschlägt, kann dort aufgenommen, weitertransportiert oder verschluckt werden. Wie groß der Anteil ist, der tatsächlich über die Mundschleimhaut ins Blut geht, ist nicht geklärt.
Die Prämisse ist außerdem geschrumpft. Die Vermutung sollte erklären, warum das Dampfen deutlich langsamer wirkt. Inzwischen weiß man, dass der Unterschied kleiner ist als angenommen und von der Nikotinform abhängt.
Warum wir das erzählen: Hier hat niemand geschlampt. Ein seriöser Wissenschaftler hat eine Vermutung sauber als Vermutung gekennzeichnet, und trotzdem ist daraus verbreitetes Falschwissen geworden. Das passiert ständig, auch uns. Deshalb steht in diesem Artikel an jeder Aussage, wie gut sie belegt ist.
Einschränkung: Die Bildgebungsstudie zur Ablagerung wurde von einem Tabakkonzern finanziert.27
Was wir nicht wissen
- Wie viel vom Liquid im Blut ankommt, ist gemessen, aber die Arbeiten widersprechen sich. Drei Messungen an Tanks und eigenen Geräten ergeben rund drei Viertel, eine an einem Salz-Pod mit 59 mg/ml rund die Hälfte. Alle rechnen mit geschätzter statt gemessener Clearance, und die individuelle Spanne reicht von 18 Prozent bis über 100 Prozent, was rechnerisch nicht sein kann. Wir setzen 75 Prozent an und wissen, dass das eine Festlegung ist.
- Es gibt keine Umrechnung zwischen Freebase und Nikotinsalz. Zwei kontrollierte Studien finden unterschiedlich große Effekte.
- „Hybrid" ist keine definierte Kategorie. Ohne Angabe von Mischungsverhältnis und Säuregrad lässt sich nichts einordnen.
- In welchem Verhältnis die Säure zugesetzt wurde, steht auf keiner Flasche. Welche Säure es ist, erkennst du an der Zutatenliste, etwa an „Nikotinbenzoat" oder „Nikotinmalat". Wie stark protoniert das Liquid ist, erfährst du dagegen nicht.
- Ob die einzelnen Säuren den Verdampfer unbeschadet überstehen und was aus ihnen wird, wenn nicht, ist am fertigen Liquid nicht gemessen. Die Angaben dazu stammen aus der Chemie der reinen Stoffe und aus Herstellerunterlagen.
- Es gibt keine Studie, die von der bisherigen Zigarettenmarke auf die passende Liquidstärke schließt. Weder für die verbreitete Regel noch für unsere.
- Es gibt keinen geprüften Rechenweg von einem Raucherprofil zu einer bestimmten Stärke. Die einzelnen Bausteine sind untersucht, ihre Kombination nicht.
- Wie groß der Anteil ist, der beim Dampfen über die Mundschleimhaut aufgenommen wird, ist nicht geklärt.
- Der Beitrag der Nicht-Nikotin-Bestandteile zur Zigarettenabhängigkeit ist beim Menschen nicht beziffert. Die Tierdaten widersprechen sich.
- Ob Rauchen und Dampfen zusammen zusätzlich ungünstig wirken, ist offen.
- Die Abhängigkeitsskala, aus der sich Tagesmengen schätzen lassen, ist an Rauchern geprüft, nicht an Dampfern.
- Unsere Startwerte sind Erfahrungswerte. Wir halten sie für brauchbar, aber wir haben sie nicht geprüft. Wenn sich zeigt, dass sie danebenliegen, ändern wir sie.
- Wie lange das Ausgleichen nach einer Änderung dauert, ist nicht abschließend bekannt. Die einzige Untersuchung dazu lief fünf Tage, und am fünften Tag war es noch nicht vorbei.
Zum Schluss
Dieser Artikel richtet sich an erwachsene Raucherinnen und Raucher, die auf die E-Zigarette umsteigen möchten. In Deutschland sind nikotinhaltige Liquids gesetzlich auf höchstens 20 mg/ml begrenzt. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quellen
- 1Benowitz NL, Jacob P (1984). Daily intake of nicotine during cigarette smoking. Clinical Pharmacology & Therapeutics 35(4):499–504. ↩
- 2Hammond D, Fong GT, Cummings KM, O'Connor RJ, Giovino GA, McNeill A (2006). Cigarette yields and human exposure: a comparison of alternative testing regimens. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention 15(8):1495–1501. PMID 16896039. ↩
- 4Richtlinie 2014/40/EU (Tabakproduktrichtlinie), umgesetzt im deutschen Tabakerzeugnisgesetz. ↩
- 5BMEL, Tabakzusatzstoff-Datenbank, Eintrag „Marlboro (Red) HP 19", Philip Morris GmbH, Jahr 2011. ↩
- 6Talhout R, Opperhuizen A, van Amsterdam JGC (2007). Role of acetaldehyde in tobacco smoke addiction. European Neuropsychopharmacology 17(10):627–636. ↩
- 7Belluzzi JD, Wang R, Leslie FM (2005). Acetaldehyde enhances acquisition of nicotine self-administration in adolescent rats. Neuropsychopharmacology. Ergänzend: Cao J et al. (2007). ↩
- 8Smith TT, Schaff MB, Rupprecht LE, Schassburger RL, Buffalari DM, Murphy SE, Sved AF, Donny EC (2015). Effects of MAO inhibition and a combination of minor alkaloids, β-carbolines, and acetaldehyde on nicotine self-administration in adult male rats. Drug and Alcohol Dependence 155:243–252. ↩
- 9Harmane potentiates nicotine reinforcement through MAO-A inhibition at the dose related to cigarette smoking. PMC9271706. ↩
- 10Wagener TL et al. (2017). Have combustible cigarettes met their match? Tobacco Control. ↩
- 11Dawkins L et al. (2016). „Real-world" compensatory behaviour with low nicotine concentration e-liquid. Psychopharmacology 233(15–16):2933–2941. ↩
- 12Effects of freebase/protonated nicotine concentration, liquid composition and electrical power on throat hit in direct-to-lung vaping (2024). PMID 39375033. ↩
- 13Chemosensory tobacco product toxicology, Teil 2. Toxicological Sciences 207(2):272. ↩
- 14Cox S et al. (2021). Longitudinal study of compensatory puffing. Nicotine & Tobacco Research. ↩
- 15Harvey DM, Yasar S, Heishman SJ, Panlilio LV, Henningfield JE, Goldberg SR (2004). Nicotine serves as an effective reinforcer of intravenous drug-taking behavior in human cigarette smokers. Psychopharmacology 175(2):134–142. ↩
- 16Palmatier MI et al. (2006). Dissociating the primary reinforcing and reinforcement-enhancing effects of nicotine. Psychopharmacology 184(3–4):391–400. ↩
- 17Perkins KA, Karelitz JL (2014); Perkins KA, Karelitz JL, Boldry MC (2017). ↩
- 18Dar R, Frenk H (2005). Kommentar zu Harvey et al. (2004). Psychopharmacology 179(2):516–517, mit Erwiderung der Autoren 518–519. ↩
- 19Zuo Y et al. (2022). Comparison of brain nicotine uptake from electronic cigarettes and combustible cigarettes. Neuropsychopharmacology. ↩
- 20National Centre for Smoking Cessation and Training (NCSCT), Stop Smoking Aids: Quick Reference Guide, Stand Juli 2026. ncsct.co.uk ↩
- 21Christen SE et al. (2024). Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of Inhaled Nicotine Salt and Free-Base Using an E-cigarette: A Randomized Crossover Study. Nicotine & Tobacco Research 26(10):1313–1321. ↩
- 22St Helen G, Ross KC, Dempsey DA, Havel CM, Jacob P, Benowitz NL (2016). Nicotine delivery and vaping behavior during ad libitum e-cigarette access. Tobacco Regulatory Science 2(4):363–376. ↩
- 23Cho J et al. (2024). E-Cigarette Nicotine Delivery Among Young Adults by Nicotine Form and Concentration. JAMA Network Open 7(8):e2426702. ↩
- 24Shahab L, Goniewicz ML, Blount BC et al. (2017). Nicotine, carcinogen, and toxin exposure in long-term e-cigarette and nicotine replacement therapy users. Annals of Internal Medicine 166(6):390–400. ↩
- 25Kosmider L, Cox S, Zaciera M, Kurek J, Goniewicz ML, McRobbie H, Kimber C, Dawkins L (2020). Daily exposure to formaldehyde and acetaldehyde and potential health risk associated with use of high and low nicotine e-liquid concentrations. Scientific Reports 10:6546. PMID 32300142, PMC7162853. Die zugrundeliegenden Zugprofile derselben 19 Teilnehmer wurden zuvor berichtet in: Kosmider L, Dawkins L et al. (2018), Addiction, PMID 29882257. Die 2,06 selbst ist nicht im Volltext geprüft. ↩
- 26Jackson SE et al. (2026). Short Nicotine Dependence Index: A Simple and Versatile Self-Report Measure. Nicotine & Tobacco Research 28(4):602–608. ↩
- 27Wall A et al. (2022). E-Cigarette Aerosol Deposition and Disposition of [11C]Nicotine Using Positron Emission Tomography. Pharmaceuticals 15(3):367. Finanzierung: Imperial Brands. ↩
- 28Solingapuram Sai KK, Zuo Y, Rose JE et al. (2020). Rapid brain nicotine uptake from electronic cigarettes. Journal of Nuclear Medicine 61(6):928–930. ↩
- 29Talih S et al. (2017). Transport phenomena governing nicotine emissions from electronic cigarettes. PMID 28706340. Konzept des Nikotinflusses nach Shihadeh A, Eissenberg T. ↩
- 30St Helen G et al. (2016). Nicotine delivery, retention and pharmacokinetics from various electronic cigarettes. Addiction 111(3):535–544. ↩
- 31Etter JF (2016). Longitudinal study of e-cigarette users. Addictive Behaviors. ↩
- 32Soar K et al. (2018). Nicotine concentration, consumption and cotinine over twelve months. Drug and Alcohol Dependence. ↩
- 34Sofuoglu M et al. (2008). Self-administration of intravenous nicotine in male and female cigarette smokers. Neuropsychopharmacology. ↩
- 35Goldberg SR, Spealman RD, Goldberg DM (1981). Persistent behavior at high rates maintained by intravenous self-administration of nicotine. Science 214:573–575. ↩
- 36Caggiula AR, Donny EC, Palmatier MI, Liu X, Chaudhri N, Sved AF (2009). The role of nicotine in smoking: a dual-reinforcement model. Nebraska Symposium on Motivation 55:91–109. ↩
- 37Zuo Y, Solingapuram Sai KK, Jazic A, Bansode AH, Rose JE, Mukhin AG (2024). Comparison of brain nicotine accumulation from traditional combustible cigarettes and electronic cigarettes with different formulations. Neuropsychopharmacology 49(4):740–746. ↩
- 38Lindson N, Livingstone-Banks J, Butler AR, McRobbie H, Bullen CR, Hajek P, Wu AD, Begh R, Theodoulou A, Ma C, Notley C, Rigotti NA, Turner T, Fanshawe T, Hartmann-Boyce J (2026). Electronic cigarettes for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 8, Art. No. CD010216, DOI 10.1002/14651858.CD010216.pub11. Veröffentlicht am 26. August 2026. ↩
- 39Hammond D, Reid JL, Goniewicz ML, McNeill A, O'Connor RJ, Corsetti D, Block AC, Brose LS, Robson D (2025). Nicotine Exposure From Smoking Tobacco and Vaping Among Adolescents. JAMA Network Open 8(3):e2462544. PMID 40072439. ↩
- 40The Effect of Flow Rate on a Third-Generation Sub-Ohm Tank Electronic Nicotine Delivery System. International Journal of Environmental Research and Public Health 2021;18:7535. PMID 34299985. ↩
- 41Korzun T, Lazurko M, Munhenzva I, Barsanti KC, Huang Y, Jensen RP, Escobedo JO, Luo W, Peyton DH, Strongin RM (2018). E-cigarette airflow rate modulates toxicant profiles and can lead to concerning levels of solvent consumption. ACS Omega 3(1):30–36. ↩
- 42Assessing the impact of device parameters on electronic cigarette aerosol dynamics. Science of the Total Environment (2025). Nicht im Volltext geprüft. ↩
- 43Nominal Operating Envelope of Pod and Pen Style Electronic Cigarettes. PMC8415835. ↩
- 44Maron DJ, Fortmann SP (1987). Nicotine yield and measures of cigarette smoke exposure in a large population: are lower-yield cigarettes safer? American Journal of Public Health 77(5):546–549. ↩
- 45Zur Größenordnung der Kompensation beim Rauchen, referiert in: Dawkins LE, Cox S, Goniewicz ML et al. (2018), Addiction 113(10):1874–1882. ↩
- 46Smoking cigarettes of low nicotine yield does not reduce nicotine intake as expected: a study of nicotine dependency in Japanese males. BMC Public Health (2004). ↩
- 47National Cancer Institute, Smoking and Tobacco Control Monograph 7, Kapitel zur Nikotinaufnahme. ↩
- 48Leventhal AM et al. (2021). Effect of Exposure to e-Cigarettes With Salt vs Free-Base Nicotine on the Appeal and Sensory Experience of Vaping: A Randomized Clinical Trial. JAMA Network Open. 119 Teilnehmer, im Mittel 23,6 mg/ml. ↩
- 49Sensory appeal and puffing intensity of e-cigarette use: Influence of nicotine salts versus free-base nicotine in e-liquids (2023). PMID 37245418. 68 Teilnehmer, 12 mg/ml, doppelblind, zuhause mit eigenem Gerät. Autoren geben keine Interessenkonflikte an. ↩
- 50Nicotine delivery and user reactions to Juul EU (20 mg/ml) compared with Juul US (59 mg/ml), cigarettes and other e-cigarette products. Psychopharmacology (2020). ↩
- 51Dawkins LE, Cox S, Goniewicz ML et al. (2018). „Real-world" compensatory behaviour with low nicotine concentration e-liquid. Addiction 113(10):1874–1882. ↩
- 52Kośmider L, Kimber CF, Kurek J, Corcoran O, Dawkins LE (2018). Compensatory Puffing With Lower Nicotine Concentration E-liquids Increases Carbonyl Exposure in E-cigarette Aerosols. Nicotine & Tobacco Research 20(8):998–1003. ↩
- 53Palmatier MI et al. (2014), unter Verweis auf Caggiula AR, Donny EC, Palmatier MI, Liu X, Chaudhri N, Sved AF (2009), Nebraska Symposium on Motivation 55:91–109. ↩
- 54Perkins KA et al. (2009). Lack of reinforcement enhancing effects of nicotine in non-dependent smokers. Psychopharmacology. ↩
- 55Dampfdruckangaben der Säuren bei 200 °C sowie Angaben zur Hitzestabilität: Patentschrift eines Herstellers von Nikotinsalz-Formulierungen. Industriequelle mit erkennbarem Eigeninteresse. ↩
- 56Pankow JF, Kim K, McWhirter KJ, Luo W, Escobedo JO, Strongin RM, Duell AK, Peyton DH (2017). Benzene formation in electronic cigarettes. PLOS ONE 12(3):e0173055. ↩
- 57Schmelzpunkt und Eigenschaften der Äpfelsäure: Europäisches Arzneibuch, Monographie Acidum malicum (E 296). Dehydratisierung zu Malein- und Fumarsäure: verfahrenstechnische Literatur zur Fumarsäureherstellung. ↩
- 58High-resistance coils in E-cigarettes increase heavy metals leaching into aerosols to cause oxidants generation in human bronchial epithelial cells at air-liquid interface (2025). Enthält die vergleichende Beschreibung der Coil-Geometrie bei 0,6, 0,9 und 1,4 Ohm. ↩
- 59Carbonyls and Aerosol Mass Generation from Vaping Nicotine Salt Solutions Using Fourth- and Third-Generation E-Cigarette Devices: Effects of Coil Resistance, Coil Age, and Coil Metal Material (2023). PMC10583227. Gegenläufige Befunde in: Impact of electronic cigarette heating coil resistance on the production of reactive carbonyls, reactive oxygen species and induction of cytotoxicity (2019). ↩
- 60Zum Nikotinstoffwechsel bei Nagetieren: Zhou X et al. (2010), Role of CYP2A5 in the clearance of nicotine and cotinine, Drug Metabolism and Disposition, PMID 19923441. Zur Enzymfamilie bei Ratten (CYP2B1/2B2) und zur besseren Übertragbarkeit bei Primaten siehe die dort und in Folgearbeiten referierte Literatur. ↩
- 61Benowitz NL, Yang HY, Jacob P, St Helen G (2025). Nicotine Dosimetry in Evaluating Electronic Cigarettes Compared to Cigarette Smoking: Implications for Tobacco Regulatory Science. Chemical Research in Toxicology, DOI 10.1021/acs.chemrestox.4c00462, PMID 40094483. 14 Teilnehmer, JUUL mit 59 mg/ml gegen die eigene Zigarette, jeweils standardisiert und über vier Stunden frei. ↩
- 62St Helen G, Dempsey DA, Havel CM, Jacob P 3rd, Benowitz NL (2017). Impact of e-liquid flavors on nicotine intake and pharmacology of e-cigarettes. Drug and Alcohol Dependence 178:391–398. PMID 28704768. 14 erfahrene Dampfer, KangerTech Mini ProTank 3 bei 9,1 Watt, Testliquids mit gemessenen 19,9 und 19,3 mg/ml. Die 79 Prozent sind unsere Rechnung aus den Größen, die Tabelle 2 nebeneinander nennt, nicht eine Zahl, die die Arbeit selbst ausweist. ↩
- 63Hajek P, Przulj D, Phillips A, Anderson R, McRobbie H (2017). Nicotine delivery to users from cigarettes and from different types of e-cigarettes. Psychopharmacology 234(5):773–779. 11 auswertbare Teilnehmer, eigene Zigarettenmarke, Cmax 17,9 ng/ml. ↩