Sicherer Dampfen Teil 3

Sicherer Dampfen Teil 3 – Hardware

Christian Allgemein 2 Kommentare

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Kleiner ist sicherer

Da es keinen wissenschaftlichen Vergleich der am Markt erhältlichen Verdampfer gibt, können wir hier keine Empfehlung zu einem bestimmten Produkt geben. Doch ist es, wie schon im ersten Teil unserer Sicherer Dampfen Serie erwähnt, wahrscheinlich besser bei 10 Watt zu dampfen, als bei 100 Watt. D.h. die kleineren Geräte würden im Schnitt vermutlich besser abschneiden, als die großen Wolkenwerfer. Allerdings gibt es doch noch ein paar weitere Unterschiede...

Glastanks sicherer als Plastiktanks

E-Zigaretten-Tanks sind meistens aus Borosilikatglas (oft auch mit dem Markennamen “Pyrex”-Glas) oder aus Kunststoff. Borosilikatglas kennen die meisten noch aus dem Chemie-Unterricht, denn es wird vor allem für Reagenzgläser und Messbecher verwendet. Daran erkennt man auch gleich, dass es sich um ein sehr chemikalien- und temperaturbeständiges Material handelt. Die Gläser sind natürlich nicht so bruchsicher wie Kunststoff-Tanks, aber dafür nimmt das Glas weder Gerüche an, noch kann es vom Liquid zersetzt werden.

Und genau das gilt nicht für die Kunststoff-Tanks. Immer wieder wird in Dampfer-Foren berichtet, dass sich die Plastik-Tanks oder Pods auf einmal zersetzen, sich Risse bilden oder der Kunststoff milchig wird.

Die allermeisten Kunststoff-Tanks bestehen aus Polycarbonat (oft auch Makrolon). Dieses kann von verschiedenen Aromen angegriffen werden. Vor allem Triacetin-haltige Liquids machen dem Kunststoff schwer zu schaffen.

Man findet zahllose Kommentare im Netz von verschiedensten Aromen die den Tank angreifen. Darunter vor allem Zitrus-Aromen, Menthol, Anis, Lakritz, Cola, Zimt und viele Weitere. Dies scheint aber nicht an den jeweiligen Aromen zu liegen, sondern eher daran, dass diese mit Triacetin angemischt werden.

Ob und wie stark der Tank angegriffen wird, ist von der Temperatur, Kontaktzeit und der Aroma-Konzentration abhängig. Man kann schlecht sagen, welche Stoffe bei der Zersetzung des Polycarbonats entstehen, weil dies auch abhängig von dem jeweiligen Aroma ist. Aber es ist sicherlich besser auf diese potentiell schädlichen Verbindungen zu verzichten.

Daher ist das Borosilikatglas deutlich sicherer und der klare Gewinner in diesem Vergleich.

Welche Verdampferköpfe sind am sichersten?

Wahl des Drahtes - welches Metall ist am sichersten?

Nach Abwägung aller Argumente für und gegen jedes der derzeit verwendeten Metalle, empfehlen wir vor allem die gängigen Sorten Edelstahl, Kanthal und Titan.

Bei letzterem raten wir Selbstwicklern aber davon ab, den Draht auszuglühen, da sich bei diesen hohen Temperaturen Titandioxid bilden kann. Titandioxid wird als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft und es wird vermutet, dass eingeatmete Nanopartikel von Titandioxid eine Immunreaktion auslösen können.  

Wer ganz genau wissen möchte, was es mit den Metall-Emissionen auf sich hat, der kann unseren Blogpost “Metalle in E-Zigaretten-Dampf” oder das entsprechende Video anschauen:

Bei all der Diskussion um die vermeintlich gefährlichen Metalle, sollten wir dies aber auch durch einen Vergleich mit Tabakzigaretten ins richtige Verhältnis rücken. Denn auch wenn wohl niemand die Schädlichkeit des Rauchens auf Metall-Emissionen zurückführt, findet man in Zigarettenrauch sogar mehr Metalle als in E-Zigaretten-Dampf (Quelle).

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Verzichte auf Keramik-Coils

Keramik-Coils haben, genau wie herkömmliche Verdampferköpfe, einen Metalldraht im Zentrum. Der Unterschied liegt darin, dass als Liquidzufuhr-Medium nicht Watte, sondern eine poröse Keramik verwendet wird, durch dessen Löcher das Liquid an den Draht gelangt.

Wir sehen die Verwendung von Keramik-Coils kritisch, da es Bedenken hinsichtlich möglicher Keramikstaub-Expositionen gibt, welche sich herauslösen könnte. Die Mikrostruktur dieser Staubpartikel ist scharfkantig und die Partikel könnten in der Lunge Schaden anrichten und Krankheiten auslösen (weiterführende Infos hier).

Es gab sogar mal eine entsprechende Untersuchung vom E-Zigaretten-Hersteller UWELL im Netz, welche aber leider wieder gelöscht wurde. In Foren wurde damals (2016) aber viel darüber diskutiert (z.B. hier).

Ein weiterer Punkt sind ölige Verschmutzungen, die wir bei jedem Keramik-Verdampferkopf, den wir untersucht haben, gefunden hatten. Auf dem Bild seht ihr beispielhaft die Verschmutzungen eines geöffneten, nagelneuen Keramik-Verdampferkopfes von Vaporesso (Ccell 0,9 Ohm). Weder Vaporesso noch Eleaf wollten uns erklären, woher diese schwarzen Spuren stammen.

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Mittlerweile gibt es zum Glück kaum noch Keramik-Coils auf dem deutschen Markt.

Welche Watte ist am sichersten?

Bio-Baumwolle ist der Standard

Trotz der eindeutigen Vorteile und der geradezu winzigen Mehrkosten, die die Verwendung von Bio-Qualität verursacht, hat es eine Zeit gedauert, bis die Hersteller auf Watte aus biologisch angebauter Baumwolle umgestiegen sind. Heute ist es glücklicherweise zum Standard geworden. Denn die Pestizidrückstände herkömmlicher Baumwoll-Watte sind definitiv ein unnötiges und leicht vermeidbares Risiko.

Nicht jeder Hersteller ist transparent

Leider müssen wir bemängeln, dass nicht mehr jeder Hersteller angibt, ob es sich tatsächlich um Bio-Qualität handelt. Bei einigen Herstellern (u.a. Vaporesso, Aspire) wird man nicht mal mehr auf deren Website fündig, während andere Hersteller (u.a. Eleaf und Joyetech) auf ihren Seiten auf die Verwendung von Bio-Baumwole hinweisen.

Daher wollen wir dich an dieser Stelle dazu ermuntern, bei den Herstellern nachzufragen. Denn nur wenn die Verbraucher Druck machen, werden die Hersteller dauerhaft darauf achten Bio-Qualität zu verwenden.

Silikatschnur noch sicherer als Bio-Baumwolle

Silikatschnur (wurde zum Beispiel im CE5 verbaut) ist unserer Meinung nach eigentlich am sichersten. Weil der Brennpunkt sehr viel höher liegt als bei Baumwolle (ca. 1000°C vs. 500°C), ist ein Kokeln fast ausgeschlossen.

Leider findet man heutzutage kaum noch Verdampfer, bei denen Silikatschnüre verwendet werden.

Für alle Selbstwickler unter Euch, haben wir hier ein sehr ausführliches Video von Dirk Oberhaus zu dem Thema...

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Ultraschall E-Zigaretten

160 statt 240°C

Animation einer Ultraschall E-Zigarette

Bei der Ultraschall-Technologie werden die Liquids nicht erhitzt, sondern durch Schwingungen in Millionen feine Tröpfchen zerschlagen.

Denn anstatt einer normalen Heizwendel, haben wir in der USONICIG einen Ultraschallvernebler verbaut. Das heißt es wird kein Draht mehr erhitzt, sondern eine Keramikplatte mit über 2 Millionen Schwingungen pro Sekunde in Bewegung gebracht.

Die starken Vibrationen lassen die Temperatur zwar auch ansteigen, allerdings nur auf 160°C. In einer normalen E-Zigarette liegen die Temperaturen bei ca. 240°C.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg, dass Ultraschall E-Zigaretten weniger Schadstoffe freisetzen. Aber da mit steigender Temperatur potentiell mehr Schadstoffe entstehen können, ist davon auszugehen, dass bei einer Ultraschall E-Zigarette weniger Aldehyde und andere schädliche Substanzen entstehen.

Kein Kokeln

Der Unterschied zu klassischen Coils liegt darin, dass man nie Gefahr läuft einen “Dry-Hit” zu bekommen. Bei einem leeren Tank, kommt einfach kein Dampf mehr.

Auch bei Ultraschall E-Zigaretten ist die Verdampfereinheit irgendwann verschlissen und muss gewechselt werden. Aber auch hier kommt es nie zu einem Verkokeln der Watte, sondern mit der Zeit kommt einfach immer weniger Dampf aus dem Gerät.

Insofern ist bei der Ultraschall E-Zigarette eine Schadstoffbelastung durch erhöhte Temperatur bzw. Kokeln komplett ausgeschlossen.

Weniger Metall Emissionen

Es gab schon einige Untersuchungen zu Metallen in E-Zigaretten. Diese liegen generell auf einem sehr niedrigen Niveau. Jedoch geht man davon aus, dass der Großteil diese Metalle aus dem Heizdraht gelöst wird. Da die Ultraschall E-Zigarette ohne Draht auskommt, dürften also auch die Metall-Emissionen reduziert sein.

Ist Ultraschall in Kopfnähe nicht gefährlich?

Ja, Ultraschall kann auch schädlich für den Menschen sein. Allerdings nur wenn er so stark ist, dass es im Gewebe zu Kavitation kommt. Und da sind wir bei diesen Geräten sehr weit von entfernt. Aus dem Chip-Durchmesser der USONICIG RHYTHM (1,6 cm), der Ausgangsleistung von 30W und dem Mindestabstand vom Chip zum Körper (min. 1cm) ergibt sich eine Leistungsdichte von 3,5 mW/cm². Laut FDA (Food and Drug Administration) wird es erst ab 720mW/cm² ungesund (Quelle). Das heißt der Ultraschall der USONICIG ist, ähnlich wie bei einer Ultraschall Zahnbürste, viel zu schwach um Kavitation zu verursachen oder sonstwie Schaden in unserem Körper anrichten zu können.

Die E-Zigarette der Zukunft?

Generell hat das Gerät einige Vorteile gegenüber klassischen Verdampfern. Allerdings gibt es auch einige Dinge (kühlerer Dampf, andere Haptik, weniger Throat-Hit, geringere Akku-Laufzeit, flacherer Geschmack) die nicht jedem gefallen. Insofern werden wohl beide Technologien nebeneinander weiter existieren.

Für uns ist es dennoch eine sehr innovative Idee, welche in die richtige Richtung geht. Denn ansonsten waren die Innovationen eher kleinere Weiterentwicklungen und oftmals auch vollkommen unnütz (z.B. Akkuträger mit Gestensteuerung).

Hier hat es ein Hersteller mal gewagt unbetretenes Terrain zu betreten. Und das mit dem Ziel das Dampfen sicherer zu machen. Auch ohne wissenschaftlichen Nachweis können wir diese Entwicklung nur begrüßen. Wir finden es daher sehr schade, dass es die Geräte momentan nicht mehr in Deutschland gibt. Wir hoffen auf eine baldige Rückkehr.

Falls Dich das Thema interessiert, findest Du hier einen ausführlichen Bericht zur ersten Ultraschall E-Zigarette.

Vaporizer

Vaporizer - Die vielleicht sicherste Art zu dampfen

Animation einer Ultraschall E-Zigarette

Was ist ein Vaporizer?

Ein Vaporizer (auch Vaporiser oder Vaporisator) ist ein Verdampfer, welcher keine klassischen E-Zigaretten-Liquids, sondern Kräuter verdampft. Da Vaporizer meistens für Cannabis verwendet werden, vergessen die meisten Menschen, dass man mit Vaporizern auch andere Kräuter und Tees, wie z.B. Salbei, Kamille oder Eukalyptus dampfen kann.

Diese werden natürlich nicht im wörtlichen Sinne verdampft, sondern, je nach Pflanzenart, auf 130-240°C erhitzt. Bei der Erhitzung wird den Kräutern die Feuchtigkeit mitsamt den Aromen entzogen. Dadurch werden sie braun und trocken, aber es entsteht keine Asche, da nichts verbrannt wird...

Kamillentee vor und nach der Nutzung in einem Vaporizer

Kamillentee vor und nach der Nutzung in einem Vaporizer

Warum sind Vaporizer die sicherste Art zu dampfen?

Bei diesem Verfahren ist kaum davon auszugehen, dass nennenswerte Schadstoffmengen entstehen. Anstatt VG, PG, Nikotin und Aromen, inhaliert man Luft mit den natürlichen Aromen der jeweiligen Pflanze. D.h. im Gegensatz zu E-Liquids, wird den Schleimhäuten kaum Feuchtigkeit entzogen. Auch eventuelle Restrisiken des Glycerins, Propylenglykols und Nikotins fallen weg.

Vaporizer werden auch für medizinische Zwecke angewendet und Wissenschaftler sind sich einig, dass durch den Wegfall der Verbrennungsprodukte auch über 99% der sonst inhalierten Schadstoffe vermieden werden. Es gibt bereits einige wissenschaftliche Veröffentlichungen zur medizinischen Nutzung von Vaporizern für Cannabis, in denen, wie z.B. in dieser Studie, stets betont wird: "Die Verdampfung von Cannabis ist eine sichere und wirksame Methode zur Abgabe von THC".

Konvektionstrocknung sicherer als Konduktionstrocknung

Bei der Konduktionstrocknung (Kontakttrocknung) geschieht dies durch direkten Kontakt mit einer beheizten Oberfläche. Hier können die Temperaturen dann schon mal deutlich höher ansteigen und sogar zu leichtem Verkokeln der Kräuter führen.

Im Rahmen der Schadensminimierung wäre daher die Konvektionstrocknung zu bevorzugen. Denn hier kommen die Kräuter nicht direkt mit der Heizung in Kontakt, sondern werden durch einen warmen Luftstrom getrocknet.

Sind Vaporizer als Zigarettenersatz geeignet?

Pauschal lässt sich das nicht sagen, denn die Zigarettensucht ist sehr individuell. Aber unserer Einschätzung nach, ist ein Vaporizer nur ein schwacher Rauchersatz für einen normalen Raucher. Denn, im Gegensatz zur Tabakzigarette und E-Zigarette, fehlt dem Vaporizer eine ganze Menge:

  • Kein Nikotin
    • Sofern man keinen Tabak in den Vaporizer füllt, erhält man durch die sonstigen Kräuter keinerlei Nikotin. Und ohne Nikotin fällt es den meisten Menschen schwerer mit dem Rauchen aufzuhören.
  • Kein Throat-Hit
    • Für viele ist das haptische Gefühl im Rachen beim Einatmen ein wichtiger Teil des Tabakgenusses, welcher beim vaporisieren komplett fehlt. Für manche Raucher ist dieser Aspekt sogar wichtiger, als das Nikotin.
  • Lange Aufheizphase
    • Die lange Aufheizphase (meist ~1-2 Minuten) eines Vaporizers ist weniger praxistauglich - besonders für die “schnelle Kippe zwischendurch”.
  • Sehr wenig Dampf
    • Für alle die beim Auspusten etwas sehen wollen, eignen sich Vaporizer nur bedingt. Denn die Dampfwolken sind kaum sichtbar. 
  • Hoher Energiebedarf pro Zug (nichts für Kettenraucher)
    • Ein Vaporizer-Akku hält nicht besonders lange, da er für die Erhitzung der Kammer sehr viel Energie benötigt. D.h. man wird Schwierigkeiten haben seine 20 Zigaretten am Tag mit einem Vaporizer zu ersetzen.
  • Relativ hohe Anschaffungskosten (aber sehr niedrige Folgekosten)
    • Vaporizer sind i.d.R. deutlich teurer als E-Zigaretten. Dadurch ist es für viele keine echte Option für einen Versuch. Solltest duInteresse haben, kannst du in einem Fachgeschäft nachfragen, ob du mal probieren kannst. Für alle Kölner: Bei uns könnt ihr auf jeden Fall mal testen.
    • Auch wenn die Anschaffungskosten recht hoch sind, muss man auch sagen, dass die Folgekosten extrem niedrig sind. Denn 100 gramm Kamillentee kosten ca. 3 € und würden für ca. 500 Sessions reichen. Das wären ungefähr 40-80 Stunden Dampfgenuss.

Aufgrund all dieser Einschränkungen wird ein Vaporizer wahrscheinlich keine allzugroße Hilfe für jemanden, der gerade versucht das Rauchen aufzugeben. Aber für den ein oder anderen Gelegenheits- oder Wenig-Raucher, der nach einer Möglichkeit sucht seine letzten paar Zigaretten zu ersetzen, könnte es durchaus eine interessante Option darstellen.

Kommentare 2

  1. Schön zusammengesasst.

    Ich hatte eine Usonicig und war davon gar nicht angetan. Die Technik an sich jedoch finde ich super und hoffe da kommt noch etwas in der Richtung, denn auf Dauer nerven mich Watte tauschen und verkokelte Drähte.

    Auch eine Methode wo das Liquid von oben auf den Draht/Mesh tropft wäre etwas was doch sicherlich machbar sein sollte. Quasi ein Tank Tröpfler.
    Bin gespannt was die nächsten Jahre noch so kommt.

    Neu war mir das Keramik doch so “schlecht” abschneidet, ich verwerfe dann Mal lieber meinen nächsten Kaufwunsch diesbezüglich 😉

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